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	<title>ManagerWissen</title>
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	<description>Fachinformation für Entscheider</description>
	<lastBuildDate>Mon, 14 Sep 2026 08:00:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>ManagerWissen</title>
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		<title>Zukunft ist ein Teamsport: Zeit für Open Foresight</title>
		<link>https://manager-wissen.com/zukunft-ist-ein-teamsport-zeit-fuer-open-foresight/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:18:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt eine Flut von Zukunftsdaten – die Kunst ist, sie gezielt zu nutzen und klare Entscheidungen zu treffen. Trotz KI-gestütztem Trend-Scouting bleiben echte strategische Weichenstellungen aber oft aus. Warum? Weil wir die Zukunft isoliert betrachten. Bei der BSH Hausgeräte GmbH haben wir Strategic Foresight radikal effizient und wirkungsorientiert neu aufgesetzt. Durch „Open Foresight“ – das gemeinsame Deuten von Trends mit branchenfremden Partnern – brechen wir Denksilos auf und schaffen echten Business-Impact. Denn die Zukunft ist ein Teamsport.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/zukunft-ist-ein-teamsport-zeit-fuer-open-foresight/">Zukunft ist ein Teamsport: Zeit für Open Foresight</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt eine Flut von Zukunftsdaten – die Kunst ist, sie gezielt zu nutzen und klare Entscheidungen zu treffen. Trotz KI-gestütztem Trend-Scouting bleiben echte strategische Weichenstellungen aber oft aus. Warum? Weil wir die Zukunft isoliert betrachten. Bei der BSH Hausgeräte GmbH haben wir Strategic Foresight radikal effizient und wirkungsorientiert neu aufgesetzt. Durch „Open Foresight“ – das gemeinsame Deuten von Trends mit branchenfremden Partnern – brechen wir Denksilos auf und schaffen echten Business-Impact. Denn die Zukunft ist ein Teamsport.</strong></p>
<p>Open Foresight erweitert Zukunftsarbeit um den Austausch zwischen Branchen. Statt Innovationen zu entwickeln, geht es um die gemeinsame Interpretation von Trends und Unsicherheiten. Unterschiedliche Perspektiven eröffnen neue Einsichten und helfen, blinde Flecken zu erkennen sowie strategische Entscheidungen zu verbessern.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Das Daten-Mojo ist vorbei: Warum herkömmliche Tools versagen</span></strong></p>
<p>Wir leben in einer Ära der Polykrisen. Geopolitische Verschiebungen, volatile Energiemärkte und disruptive Technologien wie generative KI stellen die Unternehmen vor permanente Herausforderungen. Die klassische Reaktion in der Wirtschaft? Aufrüsten, in teure Analyse-Software investieren, Algorithmen mit unzähligen Datenpunkten füttern und interne eigene Dashboards aufbauen. Die globale Praxis zeigt jedoch: Volle Radarschirme mit bunten Megatrends führen nicht automatisch zu strategischer Klarheit, sondern oft zu einer lähmenden Informationsflut.</p>
<p>Das Problem ist nicht ein Mangel an Daten, sondern die Perspektive. Jedes Unternehmen betrachtet die Welt durch einen hochspezialisierten Branchentunnel. Wir interpretieren dieselben globalen Signale isoliert voneinander. Das führt zu einer Voreingenommenheit: Wir sehen nur, was wir bereits kennen. Ein solcher Ansatz ist nicht nur ineffizient, sondern im schlimmsten Fall ein teures Datengrab ohne Mehrwert für das Kerngeschäft.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><em><strong>Lessons Learned</strong></em></span></p>
<ol>
<li><strong>Fokus auf Interpretation statt Daten-­sammeln:</strong><br />
Der wahre Wert liegt nicht im Besitz von Daten, sondern im gemeinsamen, kollaborativen Deuten.</li>
<li><strong>Foresight direkt einkoppeln:</strong><br />
Verankern Sie Zukunfts-Szenarien direkt in den operativen Meilenstein-Prozessen Ihrer Produktentwicklung (wie die BSH mit „Backcasting“).</li>
<li><strong>Ressourcen schonen durch Kolla­boration:</strong><br />
Bauen Sie keine teuren Datensilos, sondern nutzen Sie Open Foresight als hocheffizienten Hebel für Cross-Industry-Insights. Der Austausch mit Unternehmen anderer Branchen hilft, Denkmuster aufzubrechen, und die Qualität strategischer Entscheidungen zu erhöhen.</li>
</ol>
</div>
<p><strong><span style="color: #333399;">Open Foresight: Maximaler Impact bei minimalem Ressourcen-Einsatz</span></strong></p>
<p>Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, haben wir bei der BSH einen radikal effizienten Weg eingeschlagen, den wir „Open Foresight“ nennen. Das Prinzip bricht mit dem alten Dogma der strikten Geheimhaltung: Wir öffnen unseren Foresight-Prozess bewusst für den branchenübergreifenden Dialog. Wir teilen unsere Beobachtungen und schwachen Signale (Weak Signals) mit Partnern aus völlig anderen Industrien – etwa aus der Automobilbranche, dem Energiesektor oder der Digitalwirtschaft.</p>
<p>Der Mehrwert liegt nicht im Austausch um seiner selbst willen, sondern in der Kombination unterschiedlicher Perspektiven. Der gemeinsame Austausch reduziert Doppelarbeit im Trend-Scouting und erhöht gleichzeitig die Qualität der Interpretation. Unternehmen profitieren von einem breiteren Erfahrungshorizont, ohne sämtliche Analysekapazitäten selbst aufbauen zu müssen.</p>
<p>Ein Trend wie die zunehmende Urbanisierung oder das vernetzte Energiemanagement bedeutet für einen Hausgerätehersteller etwas anderes als für einen Energieversorger oder Logistiker. Indem unterschiedliche Branchen ihre Perspektiven auf dieselben Zukunftssignale zusammenführen, entstehen neue Einsichten, die ein einzelnes Unternehmen allein kaum gewinnen würde.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Aus der Zukunft in die Gegenwart: Die neue BSH-Ofenplattform als Hebel</span></strong></p>
<p>Dass dieser Ansatz keine theoretische Übung ist, zeigt unser Leitsatz „From Foresight to Business“. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Entwicklung unserer neuen, globalen Ofenplattform. In der Hausgeräteindustrie sind Plattformen Investitionen für viele Jahre. Entscheidungen, die heute getroffen werden, müssen auch in zehn bis fünfzehn Jahren noch Bestand haben.</p>
<p>Für die Entwicklung der neuen Ofenplattform bedeutete Open Foresight, Zukunftsfragen bereits in einer frühen Phase der Produktentwicklung systematisch einzubeziehen. Gemeinsam mit Entwicklern, Produktmanagern und Designern wurden unterschiedliche Zukunftsszenarien diskutiert. Impulse aus dem branchenübergreifenden Austausch erweiterten dabei bewusst den Blick über die Grenzen der eigenen Industrie hinaus. Sie halfen auch, etablierte Annahmen über künftige Konsumentenbedürfnisse, Wohnformen, Energienutzung und Kochgewohnheiten kritisch zu hinterfragen.</p>
<p>Mithilfe der Methode des „Backcastings“ wurden diese Zukunftsszenarien Schritt für Schritt in konkrete Anforderungen an Hard- und Software übersetzt. So entstand eine Produkt-Roadmap, die nicht allein auf Prognosen, sondern auf unterschiedlichen Zukunftsperspektiven basiert. Open Foresight half dabei, Investitionsentscheidungen robuster abzusichern und langfristige Entwicklungsrisiken frühzeitig sichtbar zu machen. Denn entscheidend ist nicht, die Zukunft exakt vorherzusagen, sondern unter Unsicherheit bessere Entscheidungen zu treffen.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Fazit: Machen Sie Zukunft zum Teamsport</strong></span></p>
<p>Strategic Foresight darf kein Luxusgut für ruhige Zeiten sein. Richtig aufgesetzt, ist es ein extrem schlankes, wirkungsvolles Werkzeug zur Risikominimierung und Innovationssteuerung. CEOs und Entscheider sollten Foresight nicht als Kostenstelle begreifen, sondern als den effizientesten Kompass, den ihr Unternehmen in stürmischen Zeiten besitzen kann. Doch diesen Kompass sollte man nicht allein bauen.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Zukunft ist ein Teamsport. Lassen Sie uns ­zusammenspielen!</span></strong></p>
<p>Sie wollen Ihre Foresight-Aktivitäten effizienter gestalten und neue Perspektiven gewinnen? Ich suche den aktiven Austausch mit C-Level-Entscheidern, Strategen und Experten anderer Industrien für konkrete Open-Foresight-Projekte und gemeinsame Trend-Interpretationen.</p>
<p>Kontaktieren Sie mich direkt:<br />
LinkedIn: Christian Beck | <a href="https://www.linkedin.com/in/christian-beck-muc/">www.linkedin.com/in/christian-beck-muc</a><br />
E-Mail: <a href="mailto:Christian.Beck@bshg.com">Christian.Beck@bshg.com</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Zukunftsbilder bei Henkel: KI liefert Impulse. Menschen entscheiden</title>
		<link>https://manager-wissen.com/zukunftsbilder-bei-henkel-ki-liefert-impulse-menschen-entscheiden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:17:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://manager-wissen.com/?p=104222</guid>

					<description><![CDATA[<p>Künstliche Intelligenz (KI) kann Zukunftsbilder, Szenarien und Hypothesen in Sekundenschnelle erzeugen. Foresight zeigt, welche Zukunftsszenarien möglich sind, und Futures Literacy macht sie zur Grundlage besserer Entscheidungen. Bei Henkel nutzen wir diese Perspektiven, um mögliche Entwicklungen gemeinsam zu bewerten und in strategische Optionen zu übersetzen. Denn Zukunft entsteht nicht durch Vorhersagen, sondern durch die Fähigkeit, heute bessere Entscheidungen für morgen zu treffen. Im Jahr unseres 150-jährigen Bestehens knüpft dieser Anspruch an unseren Purpose an: Zukunft gemeinsam und verantwortungsvoll gestalten.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Künstliche Intelligenz (KI) kann Zukunftsbilder, Szenarien und Hypothesen in Sekundenschnelle erzeugen. Foresight zeigt, welche Zukunftsszenarien möglich sind, und Futures Literacy macht sie zur Grundlage besserer Entscheidungen. Bei Henkel nutzen wir diese Perspektiven, um mögliche Entwicklungen gemeinsam zu bewerten und in strategische Optionen zu übersetzen. Denn Zukunft entsteht nicht durch Vorhersagen, sondern durch die Fähigkeit, heute bessere Entscheidungen für morgen zu treffen. Im Jahr unseres 150-jährigen Bestehens knüpft dieser Anspruch an unseren Purpose an: Zukunft gemeinsam und verantwortungsvoll gestalten.</strong></p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Mehr Signale führen nicht automatisch zu besseren Entscheidungen</strong></span></p>
<p>Unternehmen verfügen heute über mehr Daten, Trendberichte und Foresight-Tools als je zuvor. Die entscheidende Fähigkeit ist deshalb nicht, immer mehr Signale zu sammeln, sondern ihre strategische Relevanz zu erkennen und daraus gemeinsame Entscheidungen abzuleiten.</p>
<p>Futures Literacy bedeutet bei Henkel, mehrere plausible Zukunftsszenarien zu betrachten, ihre Bedeutung für das Geschäft zu bewerten und daraus konkrete Handlungsoptionen für die Gegenwart abzuleiten. Im Mittelpunkt steht nicht die Vorhersage der Zukunft, sondern die Fähigkeit, auch bei unklarer Informationslage fundierte Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Im Jahr unseres 150-jährigen Bestehens erhält dieser Anspruch eine besondere Bedeutung: Er knüpft an unseren Purpose „Pioneers at heart for the good of generations“ an. Zukunft sichtbar zu machen, reicht nicht. Wir wollen sie gemeinsam und verantwortungsvoll gestalten.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">KI macht strategische Optionen sichtbar</span></strong></p>
<p>KI ermöglicht es, vielfältige Signale aus Märkten, Konsumentenverhalten, Wettbewerb, Technologie und Regulierung schnell zu analysieren und zu verdichten. Sie unterstützt dabei, Muster zu erkennen, Szenarien zu entwickeln und unterschiedliche Zukunftsbilder greifbar zu machen. Dadurch entsteht ein breiteres Spektrum strategischer Handlungsoptionen, das über die Perspektiven einzelner Teams hinausgeht.</p>
<p>Der größte Nutzen von KI liegt nicht in der vermeintlichen Präzision einzelner Szenarien, sondern in der Vielfalt neuer Perspektiven und strategischer Handlungsoptionen. KI kann Annahmen hinterfragen, alternative Entwicklungen sichtbar machen und Spannungsfelder aufzeigen. Voraussetzung sind nachvollziehbare Quellen, transparente Annahmen und eine kritische Bewertung der Ergebnisse. Die strategische Einordnung und Entscheidung bleiben menschliche Aufgaben.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Von Zukunftsbildern zu gemeinsamen Entscheidungen</strong></span></p>
<p>KI-gestützte Szenarien werden bei Henkel nicht als fertige Antworten präsentiert. In moderierten Workshops bewerten Entscheiderinnen und Entscheider aus Kategoriestrategie, Forschung und Entwicklung, Marktforschung und Innovation, welche Entwicklungen für eine Kategorie oder ein Geschäftsfeld relevant sind. Sie prüfen zentrale Annahmen, vergleichen Chancen und Risiken und bewerten, welche strategischen Optionen in mehreren Zukunftsszenarien tragfähig wären.</p>
<p>Im Mittelpunkt stehen konkrete Managementfragen: Welche Signale verdienen besondere Aufmerksamkeit? Wo entstehen neue Innovations- oder Portfoliochancen? Welche Hypothesen sollten wir testen? Und: Welche Themen erfordern eine Managemententscheidung? Das Ergebnis sind priorisierte Handlungsfelder, testbare Hypothesen und ein gemeinsames Verständnis der nächsten Schritte. Zugleich stärkt die gemeinsame Arbeit die Bereitschaft, die daraus entstehende Zukunftsagenda umzusetzen.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><em><strong>Futures Literacy in der Praxis: Fünf Prinzipien für Entscheidungsverantwortliche</strong></em></span></p>
<ol>
<li><strong>Ein klares Mandat schaffen</strong><br />
Zukunftsarbeit braucht Zeit, Ressourcen und sichtbare Rückendeckung durch das Management. Nur so wird sie Teil der Unternehmensstrategie und bleibt keine isolierte Nebeninitiative.</li>
<li><strong>KI als Impulsgeber nutzen</strong><br />
Nutzen Sie KI, um alternative Zukunftsbilder, Szenarien und Hypothesen zu entwickeln. Die strategische Bewertung und Entscheidung bleiben Aufgabe der verantwortlichen Teams.</li>
<li><strong>Von der Entscheidung her denken</strong><br />
Am Anfang steht nicht die Analyse, sondern die strategische Frage. Erst wenn Entscheidungsbedarf und Zeithorizont klar sind, erzeugt KI relevante Erkenntnisse statt zusätzlicher Daten.</li>
<li><strong>Perspektiven früh zusammenführen</strong><br />
Strategie, Innovation, Forschung und Entwicklung, Marktforschung und weitere Funktionen sollten Zukunftsbilder gemeinsam bewerten. Unterschiedliche Perspektiven verbessern die Qualität der Entscheidungen und erhöhen die Akzeptanz ihrer Umsetzung.</li>
<li><strong>Lernen dauerhaft verankern</strong><br />
Definieren Sie Annahmen, Verantwortlichkeiten, Frühindikatoren und feste Review-Termine. So wird Futures Literacy zu einem kontinuierlichen Lern- und Entscheidungsprozess.</li>
</ol>
</div>
<p><strong><span style="color: #333399;">Governance verankert Zukunftsarbeit im Unternehmen</span></strong></p>
<p>Damit Ergebnisse nicht im Workshop enden, braucht Futures Literacy ein klares Mandat und Anschluss an bestehende Entscheidungswege. Klare organisatorische Strukturen und eindeutig zugeordnete Verantwortlichkeiten geben den Teams den nötigen Rückhalt sowie Zeit und Ressourcen für die Zukunftsarbeit. Definierte Entscheidungsrechte klären, wer Signale bewertet, Hypothesen priorisiert und über Tests oder Investitionen entscheidet.</p>
<p>Die Ergebnisse werden in Strategie-, Innovations- und Portfolioprozesse überführt. Für priorisierte Suchfelder werden Verantwortliche, nächste Schritte, Review-Zeitpunkte und Frühindikatoren festgelegt. So lässt sich regelmäßig prüfen, welche Annahmen sich bestätigen und welche angepasst oder verworfen werden müssen. Governance schafft einen Lernzyklus aus Beobachten, Bewerten, Entscheiden, Umsetzen und Überprüfen. Zukunftsarbeit wird damit vom einmaligen Impuls zum wiederkehrenden Managementprozess.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Fazit</span></strong></p>
<p>KI beschleunigt die Entwicklung möglicher Zukunftsbilder. Sie ersetzt aber weder strategische Urteilskraft noch Verantwortung. Der Wert von Futures Literacy entsteht dort, wo Unternehmen KI-generierte Perspektiven bewerten, daraus robuste Handlungsoptionen ableiten und Entscheidungen gemeinsam verankern. Pioniergeist bedeutet für uns, Zukunft nicht nur früher zu erkennen, sondern sie gemeinsam und verantwortungsvoll zu gestalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Szenarien ohne Schublade: Was ­Foresight wirklich wirksam macht</title>
		<link>https://manager-wissen.com/szenarien-ohne-schublade-was-foresight-wirklich-wirksam-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:16:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://manager-wissen.com/?p=104264</guid>

					<description><![CDATA[<p>Strategic Foresight liefert oft wertvolle Erkenntnisse, verschwindet jedoch trotzdem in der Schublade. Das Problem liegt selten an der Qualität der Szenarien, sondern an der Anschlussfähigkeit an die Entscheidungspraxis und den Arbeitsalltag. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/szenarien-ohne-schublade-was-foresight-wirklich-wirksam-macht/">Szenarien ohne Schublade: Was ­Foresight wirklich wirksam macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Strategic Foresight liefert oft wertvolle Erkenntnisse, verschwindet jedoch trotzdem in der Schublade. Das Problem liegt selten an der Qualität der Szenarien, sondern an der Anschlussfähigkeit an die Entscheidungspraxis und den Arbeitsalltag.</strong></p>
<p>Am Beispiel des Projekts „New Energy Society 2038“ zeigt dieser Beitrag, welche Methoden Szenarien wirklich zum Leben erwecken, und warum die entscheidende Arbeit erst danach beginnt.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Das So-What-Problem von Foresight</strong></span></p>
<p>Zukunftsarbeit ist teuer. Und doch landet sie oft in der Schublade. Nicht weil die Szenarien schlecht sind, sondern weil das reine Wissen über die Zukunft noch keine Handlungsbereitschaft erzeugt. Wer Foresight-Ergebnisse als Bericht präsentiert, bekommt ein höfliches Nicken. Wer Menschen aktiv einbindet, bekommt Entscheidungen. KI beschleunigt heute die Erstellung von Szenarien erheblich. Dadurch verschiebt sich der eigentliche Engpass: Nicht die Entwicklung von Zukunftsbildern entscheidet über den Erfolg von Foresight, sondern ihre Übersetzung in konkrete Entscheidungen. Genau diese Übersetzungsarbeit wird zur zentralen Managementaufgabe.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Szenarien erlebbar machen: der erste Schritt</span></strong></p>
<p>Im Projekt „New Energy Society 2038“ bei Enpulse, dem Venture Studio der EnBW, haben wir vier Zukunftsszenarien entwickelt, die zeigen, wie sich die Welt des Energiekund:innen bis 2038 verändern könnte, von „Resilienzinseln – neue Selbstversorgung“ bis „Energieelite – Intelligente Ungleichheit“. Bevor Szenarien strategisch wirken können, müssen sie spürbar werden. Dafür haben wir verschiedene Formate ausprobiert. Bewährt hat sich „A day in the life of“: eine Geschichte, die einen Tagesablauf einer fiktiven Person im jeweiligen Szenario erzählt. Ebenso hilfreich: Rollenspiele mit gezieltem Schlagabtausch zwischen Pro- und Contra-Positionen, die unterschiedliche Perspektiven sicht- und diskutierbar machen. Darüber hinaus haben wir Szenarien als VR-Experience aufbereitet. Der echte Wert dabei: Wer ein Szenario wirklich betritt, entwickelt ein Gespür dafür, das kein Slide-Deck erzeugen kann. VR oder andere immersive Formate sind jedoch kein Pflichtprogramm, aber wo sie eingesetzt werden, können sie die emotionale Verbindung zum Zukunftsbild deutlich stärken.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><em><strong>Die entscheidenden Fragen nach dem ­Szenario</strong></em></span></p>
<p>Szenarien schaffen Orientierung – aber noch keine Strategie. Erst wenn Unternehmen Zukunftsbildermsystematisch in Konsequenzen übersetzen, entsteht strategischer Nutzen. Die entscheidenden Fragen lauten:</p>
<ul>
<li>Was bedeutet dieses Szenario für unser Geschäft?</li>
<li>Welche Annahmen müssen wir hinterfragen?</li>
<li>Welche Fähigkeiten werden in mehreren Zukunftsszenarien wichtig?</li>
<li>Welche Investitionen sollten wir heute beginnen?</li>
<li>Welche Initiativen verlieren an Bedeutung?</li>
</ul>
</div>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Vom Szenario zur Entscheidung: Übersetzungsarbeit als eigentlicher Hebel</strong></span></p>
<p>Das Erleben öffnet die Tür. Aber die eigentliche Wirkung entsteht durch gezielte Fragen. In unseren Workshops arbeiten wir bewusst mit Teilnehmenden, die fachlich und hierarchisch breit über das Unternehmen verteilt sind. Der Ablauf ist dabei meist ähnlich: Nach einer kurzen Einführung und einem Rollenspiel positionieren sich die Teilnehmenden physisch auf einer Achse von „sehr wahrscheinlich“ bis „sehr unwahrscheinlich“. Eine einfache Methode, um unterschiedliche Einschätzungen sichtbar zu machen und sofort in Diskussion zu kommen. Was macht dieses Szenario wahrscheinlich? Was spricht dagegen? Was können wir als Unternehmen überhaupt beeinflussen? Im zweiten Schritt folgt die eigentliche Ableitungsarbeit: Welche Fähigkeiten brauchen wir, wenn dieses Szenario Realität wird? Welche Rollen wollen wir einnehmen, und welche bewusst nicht? Die entscheidende Erkenntnis entsteht dabei meist erst im Vergleich über mehrere Szenarien hinweg: Fähigkeiten, die in allen oder den meisten Szenarien auftauchen, sind ein starkes Signal dafür, dass sie in der künftigen Strategie eine zentrale Rolle spielen müssen. Genau so sind wir bei unseren Szenarien für den Netzbetrieb der Zukunft vorgegangen, und haben die identifizierten Themen anschließend mit bestehenden Roadmap-Initiativen abgeglichen und somit eine White-Spot-Analyse durchgeführt. Durch diese Vorgehensweise konnten wir konkrete Themen für unsere Innovationsstrategie identifizieren, insbesondere rund um Automatisierung und KI.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Szenarien als Stresstest für bestehende Strategien</strong></span></p>
<p>Foresight funktioniert aber auch in die andere Richtung. Wenn eine Strategie oder ein Venture-Portfolio bereits steht, lassen sich Szenarien nutzen, um einzelne Initiativen zu challengen: Welche Themen sind in mehreren Szenarien robust? Welche nur in einem? Wie müsste sich ein Vorhaben anpassen, um in verschiedenen Zukünften zu bestehen? Szenarien werden so zu einem lebendigen Werkzeug, nicht nur für die Strategieentwicklung, sondern auch zur laufenden Überprüfung, ob man noch auf dem richtigen Kurs ist. Was früher allein für die Szenarienerstellung Monate beansprucht hat, lässt sich heute mit KI-Unterstützung erheblich beschleunigen und macht Foresight damit zu einem kontinuierlichen Prozess statt einem einmaligen Projekt. Die gewonnene Kapazität sollte dabei gezielt dort investiert werden, wo Foresight wirklich wirkt: in Erlebbarkeit und Ableitung.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Foresight ist kein reines Management-Tool</strong></span></p>
<p>Ein unterschätzter Faktor: Wer im Raum sitzt, wenn Szenarien diskutiert werden. Foresight entfaltet seine Wirkung nicht nur auf Führungsebene, sondern überall dort, wo Menschen täglich Entscheidungen treffen. In Produktteams, im Vertrieb, in der Entwicklung. Wer Produkte von morgen baut, muss ein Bild davon haben, wie sich die Welt dieser Kund:innen verändern könnte und was sie beeinflusst. Das breite Einbeziehen ist kein Nice-to-have, sondern entscheidet darüber, ob Zukunftsbilder wirklich in den Alltag des Unternehmens einsickern, oder eben nicht.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p style="text-align: center;"><span style="color: #333399;"><strong>Strategic Foresight schafft keinen Mehrwert durch bessere Zukunftsbilder, sondern durch bessere Entscheidungen. Der entscheidende Schritt ist die Übersetzung von Szenarien in strategisches Handeln.</strong></span></p>
</div>
<p><strong><span style="color: #333399;">Was Unternehmen daraus lernen können</span></strong></p>
<p>Foresight wird dann zum Entscheidungsinstrument, wenn drei Dinge zusammenkommen: Erstens brauchen Szenarien ein Format, das Menschen wirklich einsteigen lässt. Ob Story, Rollenspiel oder Immersion. Zweitens entscheidet nicht nur die Qualität der Analyse, sondern die Qualität der Fragen danach, ob Erkenntnisse in Strategie überführt werden. Und drittens ist Foresight keine Chefsache. Wer es breit im Unternehmen verankert, baut eine Organisation, die Zukunft aktiv mitgestalten kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft entscheiden wir heute Wie Foresight, KI und menschliche Kreativität zu besseren ­Entscheidungen führen</title>
		<link>https://manager-wissen.com/die-zukunft-entscheiden-wir-heute-wie-foresight-ki-und-menschliche-kreativitaet-zu-besseren-entscheidungen-fuehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:15:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://manager-wissen.com/?p=104271</guid>

					<description><![CDATA[<p>Strategische Vorausschau hilft Führungskräften, bereits heute bewusste Entscheidungen zu treffen. KI beschleunigt Analyse und Synthese, stößt ohne menschliche Einordnung jedoch an Grenzen. Futuristin Tanja Schindler erklärt, warum Unternehmen mehrere<br />
Zukünfte denken sollten, wie Vorstellungskraft zur strategischen Ressource wird und<br />
weshalb die Verantwortung beim Menschen bleibt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/die-zukunft-entscheiden-wir-heute-wie-foresight-ki-und-menschliche-kreativitaet-zu-besseren-entscheidungen-fuehren/">Die Zukunft entscheiden wir heute Wie Foresight, KI und menschliche Kreativität zu besseren ­Entscheidungen führen</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Strategische Vorausschau hilft Führungskräften, bereits heute bewusste Entscheidungen zu treffen. KI beschleunigt Analyse und Synthese, stößt ohne menschliche Einordnung jedoch an Grenzen. Futuristin Tanja Schindler erklärt, warum Unternehmen mehrere Zukünfte denken sollten, wie Vorstellungskraft zur strategischen Ressource wird und weshalb die Verantwortung beim Menschen bleibt.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Frau Schindler, warum brauchen Unternehmen Foresight und wie führt es zu besseren Entscheidungen?</span></strong></p>
<p>Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen soll ins All fliegen. Niemand würde ohne Ziel, passende Crew, mögliche Routen und Vorbereitung auf die Schwerelosigkeit starten. Die Zukunft ist ähnlich komplex und unsicher und dennoch steuern viele Unternehmen weitgehend unvorbereitet in sie hinein. Foresight ist deshalb kein Add-on, sondern eine Denkweise, die bessere Entscheidungen im Hier und Jetzt ermöglicht.</p>
<p>Foresight verbindet zwei Blickrichtungen: Einerseits analysiert es Entwicklungen, die heute bereits erkennbar sind, etwa Daten, Trends und schwache Signale. Andererseits entwickelt es unterschiedliche mögliche Zukünfte, die plausibel, überraschend oder wünschenswert sein können. Anschließend werden strategische Entscheidungen aus der Perspektive dieser Zukunftsbilder überprüft: Unter welchen Bedingungen bleiben sie tragfähig? Welche Risiken oder Chancen werden bisher übersehen? Welche Optionen sollten offenbleiben?</p>
<p>Foresight liefert somit keine Prognosen. Es erweitert unseren Entscheidungsraum. Wir fragen nicht nur, was passieren könnte, sondern auch, welche Zukunft wir mit heutigen Entscheidungen begünstigen wollen.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Warum sollten Führungsteams mehrere mögliche Zukünfte betrachten statt nur eine erwartete?</span></strong></p>
<p>Wer nur für eine erwartete Zukunft plant, optimiert seine Strategie für eine einzige Annahme. Doch auch Entwicklungen, die heute unwahrscheinlich oder sogar absurd erscheinen, können Realität werden.</p>
<p>Das Durchdenken mehrerer möglicher Zukünfte hilft Unternehmen, Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen, Alternativen vorzubereiten und schneller zu reagieren. Es geht nicht darum, für jede denkbare Entwicklung einen fertigen Plan zu haben, sondern darum, flexibel zu bleiben und von unerwarteten Veränderungen nicht überrascht zu werden.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Welche Rolle spielt KI und warum bleibt der Mensch trotzdem unverzichtbar?</span></strong></p>
<p>KI ist „kein Zukunfts-Orakel, sondern ein Hochleistungs-Sparringspartner“. Sie erkennt schwache Signale in großen, unstrukturierten Datenmengen und stellt Querverbindungen her, die Menschen leicht übersehen.</p>
<p>Ihre Grenze zeigt sich dort, wo aus bekannten Mustern neue Möglichkeiten entstehen. Ein anschauliches Beispiel: Fragt man Sprachmodelle nach einer zufälligen Zahl zwischen eins und zehn, nennen sie häufig die Zahl sieben; weil sie das häufigste menschliche Antwortmuster reproduzieren. Ohne kreative Inspiration liefert KI deshalb leicht den statistischen Konsens der Gegenwart, gewissermaßen die „Zahl sieben“ der Zukunftsforschung. Doch wir wollen die Vergangenheit nicht bloß fortschreiben, sondern aus ihr lernen, um bessere Zukünfte zu entwerfen.</p>
<p>KI kann zwar Optionen aufzeigen, entbindet uns jedoch niemals von der Verantwortung. Ihr fehlt das feine Gespür für kulturelle Nuancen, ethische Dimensionen oder komplexe Zielkonflikte. Wir sind daher weit mehr als eine bloße Instanz zur finalen Kontrolle: Es obliegt uns, radikale Hypothesen zu entwerfen, Resultate kontextuell zu bewerten und letztlich für die Folgen einzustehen. Menschliches Urteilsvermögen und kreative Vorstellungskraft bleiben somit das unverzichtbare Fundament jeder zukunftsweisenden Entscheidung.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Wie entstehen Zukunftsbilder und warum sind positive Visionen wichtig?</span></strong></p>
<p>Zukunftsbilder entstehen, wenn Menschen bewusst über vertraute Denkmuster hinausgehen, unterschiedliche Erfahrungen einbringen und die Zukunft aktiv neu denken. KI kann diese Ideen zwar kombinieren und visualisieren, doch die eigentliche Vorstellungskraft, Bedeutung und Richtung stammen aus menschlicher Vielfalt: aus verschiedenen Lebensrealitäten, Kulturen, Fachperspektiven und Werten. Menschliche Kreativität erweitert den gemeinsamen Horizont und hilft dabei, Annahmen und Routinen kritisch zu hinterfragen.</p>
<p>Positive Visionen schaffen Orientierung in einer krisenhaften Gegenwart. Sie eröffnen Räume für Lösungen und Innovationen, ohne die Realität zu beschönigen. Sie sind ein strategischer Blick nach vorn: Die Zukunft entsteht zuerst in unseren Vorstellungen – und dann durch das, was wir heute entscheiden und tun.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Warum bleiben Workshops wichtig und wie unterscheidet sich europäische Arbeit von internationaler Zukunftsarbeit?</strong></span></p>
<p>In Zusammenarbeit mit KI lassen sich Szenarien schneller entwerfen, doch ein gemeinsames Zukunftsverständnis entsteht im Dialog. Erst der Austausch macht Zielkonflikte sichtbar und schafft gemeinsame Entscheidungsgrundlagen. Foresight ist analytisch und sozial: Vertrauen, Lernen und Verantwortung lassen sich nicht digital ersetzen.</p>
<p>In meiner internationalen Arbeit erlebe ich häufig mehr Offenheit für Storytelling und spekulative Methoden. Deutschland und Europa setzen stärker auf Trends, Machbarkeit und langfristige gesellschaftliche Folgen. Die stärksten Foresight-Ansätze verbinden beides: kreative Offenheit und datenbasierte Systematik.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Was können Führungskräfte konkret tun, um Foresight, KI und menschliche Kreativität in ihre Entscheidungsprozesse zu integrieren?</span></strong></p>
<p>Der beste Einstieg ist keine allgemeine Trendstudie, sondern eine konkrete strategische Entscheidung. Führungskräfte sollten eine relevante Zukunftsfrage formulieren und ein möglichst diverses Team zusammenstellen, um die anstehende Entscheidung unter verschiedenen Zukunftsbedingungen zu testen.</p>
<p>KI kann dabei Recherche, Mustererkennung und Synthese radikal beschleunigen. Die Diskussion über die Bedeutung der Ergebnisse und die sich daraus ergebenden Konsequenzen muss jedoch zwingend im menschlichen Team stattfinden.</p>
<p>Vor allem darf Zukunftsarbeit kein einmaliges Projekt bleiben. Um der unweigerlichen Betriebsblindheit zu entgehen, brauchen Unternehmen dauerhaft Rollen, die bestehende Annahmen systematisch hinterfragen und neue Perspektiven einbringen. Ein „Futurist in Residence“ ist ein mögliches Modell dafür, um eng mit dem Management zusammenzuarbeiten, Impulse über Branchengrenzen hinweg einzubringen und als konstruktiver strategischer Störenfried zu wirken. Denn für gute Foresight-Arbeit sind immer wieder Reibung und Impulse von außen notwendig, damit das Denken nicht in den Strukturen der Gegenwart stecken bleibt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/die-zukunft-entscheiden-wir-heute-wie-foresight-ki-und-menschliche-kreativitaet-zu-besseren-entscheidungen-fuehren/">Die Zukunft entscheiden wir heute Wie Foresight, KI und menschliche Kreativität zu besseren ­Entscheidungen führen</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
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		<title>Foresight Plattform und KI als virtuelle Kolleginnen und Kollegen in der Zukunftsforschung</title>
		<link>https://manager-wissen.com/foresight-plattform-und-ki-als-virtuelle-kolleginnen-in-der-zukunftsforschung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:14:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die größte Gefahr beim Einsatz von KI im Foresight-Prozess besteht nicht darin, sie zu spät einzuführen, sondern ihr zu viel zu überlassen. Wer KI als spezialisierten Mitarbeiter mit klaren Aufgaben begreift, gewinnt Geschwindigkeit, neue Perspektiven und mehr Raum für die eigene Urteilskraft. Gerade Unternehmen ohne eigene Foresight-Abteilung können sich dadurch Fähigkeiten erschließen, die bislang vor allem großen Organisationen vorbehalten waren. So können sie strategische Entscheidungen unter Unsicherheit besser vorbereiten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/foresight-plattform-und-ki-als-virtuelle-kolleginnen-in-der-zukunftsforschung/">Foresight Plattform und KI als virtuelle Kolleginnen und Kollegen in der Zukunftsforschung</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die größte Gefahr beim Einsatz von KI im Foresight-Prozess besteht nicht darin, sie zu spät einzuführen, sondern ihr zu viel zu überlassen. Wer KI als spezialisierten Mitarbeiter mit klaren Aufgaben begreift, gewinnt Geschwindigkeit, neue Perspektiven und mehr Raum für die eigene Urteilskraft. Gerade Unternehmen ohne eigene Foresight-Abteilung können sich dadurch Fähigkeiten erschließen, die bislang vor allem großen Organisationen vorbehalten waren. So können sie strategische Entscheidungen unter Unsicherheit besser vorbereiten.</strong></p>
<p>Foresight-Plattformen liefern heute Analysen und Ergebnisse in Sekunden statt in Wochen. Genau darin liegt die Gefahr. Wenn ein Ergebnis schnell vorliegt und plausibel klingt, fragt kaum noch jemand, worauf es beruht. Dieses blinde Vertrauen beobachten wir bei unseren Kunden immer wieder. Geschwindigkeit allein führt nicht zu guten Entscheidungen. Relevant ist, ob die Daten zum Problem passen, ob sich daraus belastbare Erkenntnisse ableiten lassen und ob am Ende eine fundierte Entscheidung getroffen wird.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>KI als Agent mit klarer Aufgabe</strong></span></p>
<p>Es lohnt sich, KI weniger als generisches Werkzeug und mehr als Agenten mit klarer Aufgabe zu verstehen. Sie ist besonders gut für das kontinuierliche Scannen neuer Signale, das Monitoring von Entwicklungen sowie die Bewertung von Informationen anhand definierter Kriterien geeignet. Auch beim Strukturieren, Visualisieren und Erstellen von Zukunftsbildern ist sie eine effiziente Unterstützung. Ihre Stärken sind Geschwindigkeit und Konstanz, nicht jedoch Kreativität oder strategische Urteilskraft. Dadurch entsteht gerade für den Mittelstand ein neuer Zugang zu Foresight: Aufgaben, für die bislang eigene Teams aus Scouts, Analysten und Redakteuren erforderlich waren, können heute KI-gestützt erledigt werden.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Qualität durch Kontextualisierung</span></strong></p>
<p>Allgemeine Sprachmodelle liefern auf Foresight-Fragen oft unscharfe Ergebnisse, weil Quellen, Regionen und Zeitebenen vermischt werden. Kontextualisierung schafft Abhilfe: KI-Agenten erhalten definierte Quellen und Perspektiven, etwa einen regionalen Fokus oder eine wissenschaftliche Sichtweise. Ein Profil namens „West“ zieht etwa ausschließlich Medien aus USA, Kanada, UK und Europa heran, ein anderes vorrangig Patente und wissenschaftliche Publikationen. Entscheidend ist: KI-Agenten sind kein Selbstläufer. Unternehmen müssen sie aktiv pflegen, Ergebnisse hinterfragen und kontinuierlich an ihre Fragestellungen anpassen.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Übergänge zwischen den Phasen halten den Menschen im Loop</strong></span></p>
<p>Klassische Foresight-Prozesse folgen meist demselben Muster: Scannen, Bewerten, Interpretieren und Entscheiden. Die größten Fehler entstehen jedoch an den Übergängen zwischen diesen Phasen, beispielsweise wenn Signale zu breit bewertet oder persönliche Einschätzungen als Fakten interpretiert werden.</p>
<p>Deshalb sollte jeder Übergang einen menschlichen Entscheidungspunkt enthalten. Zwar kann die KI innerhalb einer Phase mit hoher Geschwindigkeit arbeiten, doch die Freigabe für den nächsten Schritt muss weiterhin durch einen Menschen erfolgen.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Die eigenen Daten schaffen Mehrwert und verdienen Schutz</span></strong></p>
<p>KI entfaltet den größten Mehrwert dort, wo sie externe Sichtweisen mit den eigenen Daten abgleicht und in die Zukunft weiterdenkt. Erst dann entsteht aus einer Beobachtung eine Grundlage, auf der sich Entscheidungen schneller und mit höherer Sicherheit treffen lassen. Entscheidend ist, wo externe und interne Sicht übereinstimmen und wo sie auseinanderlaufen.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<h2 style="text-align: center;"><strong><span style="color: #333399;">KI beschleunigt die Analyse. Die Entscheidung bleibt beim Menschen.    </span> </strong></h2>
</div>
<p>Damit Unternehmen ihre internen Daten mit KI verknüpfen können, muss ihnen die Infrastruktur vertrauenswürdig erscheinen. Für uns bedeutet das: Die Plattform lässt sich vollständig inhouse betreiben, physisch im eigenen Rechenzentrum und zertifiziert nach etablierten Sicherheitsstandards – und nicht nur als gemieteter Zugang bei einem großen Cloud-Anbieter. Das gilt auch für kleinere Unternehmen ohne große IT-Abteilung.</p>
<p>So bleiben sensible Daten im Haus, und Führungsteams können den Einschätzungen vertrauen, da sie diese nachvollziehen können. KI darf im Foresight keine Blackbox sein: Jede Einschätzung muss sich begründen lassen.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">KI hat auch ihre Grenzen</span></strong></p>
<p>Bei aller Stärke in Datenverarbeitung und Mustererkennung bleibt KI ein Spezialist mit begrenztem Mandat. Sie erkennt Muster in vorhandenen Informationen, aber keine echten Brüche außerhalb ihrer Datenbasis. Wo Signale widersprüchlich sind oder strategische Prioritäten gesetzt werden müssen, liefert sie Optionen, aber keine Entscheidungen. Synthese, Bewertung und Verantwortung bleiben deshalb Führungsaufgaben. Erweist sich eine Einschätzung im Nachhinein als falsch, trägt diese Verantwortung der Mensch, der sie freigegeben hat, nicht der Agent, der sie geliefert hat.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><strong><span style="color: #333399;">Handlungsempfehlungen: So schaffen Unternehmen mit KI im Foresight Mehrwert</span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><strong>Klare KI-Aufgaben definieren:<br />
</strong>Setzen Sie KI gezielt für Analyse, Monitoring und Strukturierung ein, aber nicht als Ersatz für strategische Bewertung.</li>
<li><strong>Transparenz schaffen:<br />
</strong>Halten Sie Quellen und Ergebnisse nachvollziehbar fest. Nur transparente Analysen bilden eine belastbare Grundlage für Entscheidungen.</li>
<li><strong>Menschliche Entscheidungspunkte verankern:<br />
</strong>Prüfen und priorisieren Sie Ergebnisse bewusst an den Übergängen zwischen Scanning, Bewertung, Interpretation und Entscheidung.</li>
<li><strong>Datenhoheit sichern:<br />
</strong>Betreiben Sie die Plattform im eigenen Haus und verarbeiten Sie sensible Unternehmensdaten geschützt. So behalten Sie die Kontrolle über Daten und Entscheidungen im Unternehmen.</div></li>
</ul>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Fazit</strong></span></p>
<p>KI macht Foresight nicht deshalb erfolgreicher, weil sie mehr Informationen verarbeitet. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, strategische Entscheidungen besser vorzubereiten. Unternehmen erkennen Chancen und Risiken früher, reduzieren den Analyseaufwand und gewinnen Zeit für die Entwicklung belastbarer Handlungsoptionen. Moderne Foresight-Plattformen schaffen dafür die notwendige Verbindung aus kontinuierlichem Scanning, KI-gestützter Analyse und unternehmensspezifischem Kontext. Entscheidend bleibt jedoch: Die Verantwortung für strategische Entscheidungen liegt beim Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Foresight wirkt – aber vielleicht  anders als gedacht</title>
		<link>https://manager-wissen.com/foresight-wirkt-aber-vielleicht-anders-als-gedacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:12:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Foresight gewinnt derzeit deutlich an Bedeutung. Unternehmen investieren in Trendanalysen, Szenarien und Zukunftsworkshops, um sich auf eine zunehmend unsichere Welt vorzubereiten. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, wie gut Foresight die Zukunft vorhersagt. Entscheidend ist vielmehr, warum manche Foresight-Initiativen strategische Wirkung entfalten und andere, trotz aufwendiger Analysen, folgenlos bleiben.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Foresight gewinnt derzeit deutlich an Bedeutung. Unternehmen investieren in Trendanalysen, Szenarien und Zukunftsworkshops, um sich auf eine zunehmend unsichere Welt vorzubereiten. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht, wie gut Foresight die Zukunft vorhersagt. Entscheidend ist vielmehr, warum manche Foresight-Initiativen strategische Wirkung entfalten und andere, trotz aufwendiger Analysen, folgenlos bleiben.</strong></p>
<p>Foresight bezeichnet die strukturierte und geplante Auseinandersetzung mit Veränderungen im Unternehmensumfeld und möglichen Zukunftsentwicklungen. Angesichts immer schnellerer technologischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen müssen Unternehmen langfristige Orientierung schaffen: Produktlebenszyklen, Geschäftsmodelle und Investitionsentscheidungen erfordern eine Perspektive über den nächsten Planungshorizont hinaus. Gleichzeitig brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Vision und einen klaren Purpose. Nur agil zu reagieren, reicht nicht aus. Doch wie wirkt Foresight tatsächlich – und wie lässt sich diese Wirkung erhöhen?</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Warum sich Langfristigkeit rechnet</strong></span></p>
<p>Bevor wir uns dem Wie widmen, lohnt ein Blick auf das Warum. Eine Studie des McKinsey Global Institute verfolgte 615 US-Unternehmen von 2001 bis 2015: Unternehmen mit echter Langfristorientierung übertrafen ihre kurzfristig denkenden Wettbewerber (Barton et al., 2017). Andere Forscher (Flammer und Bansal, 2017) haben gezeigt, dass langfristige Vergütungspläne für Manager die Investitionsintensität erhöht, Kurzfristdenken reduziert und die Unternehmensperformance messbar steigert. Long-Term Orientation ist somit kein diffuses Bekenntnis, sondern eine Investitionsentscheidung mit nachweisbarer Rendite.</p>
<p>Foresight unterstützt Unternehmen dabei, eine langfristige Orientierung zu erreichen. René Rohrbeck, Professor an der EDHEC Business School in Lille (Frankreich), hat nachgewiesen, dass Unternehmen, die über Foresight-Praktiken verfügen, in der Lage sind, über einen längeren Zeitraum eine höhere Rentabilität und Marktkapitalisierung als ihre Wettbewerber zu erzielen (Rohrbeck und Kum, 2018).</p>
<p>Die empirische Grundlage ist solide. Die eigentliche Frage lautet: Warum wirkt Foresight trotzdem so oft nicht?</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Die Wirkungskette: Foresight funktioniert anders, als erwartet</strong></span></p>
<p>Zwei empirische Studien – mit rund 400 Senior Managern aus US-amerikanischen und europäischen Großunternehmen (Schwarz et al., 2025) und mit 147 oberen Führungskräften globaler Konzerne (Schwarz et al., 2020) – zeigen ein konsistentes Muster, das viele Grundannahmen über Foresight in Frage stellt.</p>
<p>Die zentrale Erkenntnis: Foresight funktioniert nicht, weil es die Zukunft vorhersagt. Es funktioniert, weil es verändert, wie Menschen reden, denken und handeln.</p>
<p>Diese Wirkungskette verläuft über mehrere Stufen: Foresight erzeugt zunächst mehr und bessere Strategiegespräche. Wenn diese gut gestaltet sind, entstehen kognitive Verschiebungen – breiteres Wahrnehmungsfeld und das kritischere Hinterfragen von Annahmen. Daraus entstehen stärkere organisationale Fähigkeiten: frühere Ressourcenumschichtungen, ernst genommene schwache Signale, proaktivere Strategieerneuerung. Und schließlich verbessert sich das Innovationsklima – jenes geteilte Gefühl, ob es sicher ist, Neues einzubringen und den Status quo zu hinterfragen.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Das Foresight-Paradox: Mehr Gespräche, keine besseren Entscheidungen</span></strong></p>
<p>Hier liegt der entscheidende Stolperstein. Die Studie mit 400 Führungskräften enthüllt: Foresight erhöht zuverlässig Anzahl und Sichtbarkeit zukunftsorientierter Gespräche – aber zwischen diesen Gesprächen und verbesserten Entscheidungen besteht nur eine schwache Verbindung. Führungskräfte sprechen mehr über die Zukunft, hinterfragen Annahmen aber nicht tiefer. Die Gespräche bleiben höflich, linear, ins bestehende Weltbild eingebettet. Trends werden ausgetauscht, mentale Modelle bleiben unberührt.</p>
<p>Das Problem ist strukturell: Foresight wird als Funktion behandelt, die Reports liefert, die dann Teil von Entscheidungsprozessen werden. Aber die grundlegende Auseinandersetzung mit Zukunft bzw. verschiedenen Zukünften bleibt aus.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Was wirklich wirkt: Prospecting statt Perceiving</strong></span></p>
<p>Die Forschung macht einen entscheidenden Unterschied sichtbar: Perceiving – Scanning, Monitoring, Trendrecherche – gibt neue Informationen. Prospecting – Szenarioentwicklung, Sensemaking, zukunftsorientierter Dialog – gibt neue Interpretationsrahmen. Die Studie von 2025 (Wach et al., 2025) zeigt: Prospecting ist der stärkere Hebel für Innovationsklima und kognitive Veränderung. Scanning sagt, was passiert. Prospecting lädt ein, zu erleben, was passieren könnte – und wer sich intensiv mit verschiedenen Szenarien auseinandersetzt, die die Logik des eigenen Geschäftsmodells in Frage stellen, übt das Denken in Alternativen.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><strong><em>Worauf es beim Foresight ankommt</em></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Langfristige Orientierung schafft wirtschaftlichen Mehrwert</li>
<li>Foresight wirkt über kognitive Veränderung – nicht über bessere Vorhersagen</li>
<li>Strategische Wirkung entsteht durch gemeinsame Reflexion, nicht durch zusätzliche Berichte</div></li>
</ul>
<p>Dieser kognitive Wandel setzt Partizipation voraus. Einen Report lesen oder einer Präsentation zuhören verändert kaum etwas. Führungskräfte müssen die kognitive Spannung selbst erleben: mit Szenarien ringen, Annahmen explizit machen.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Foresight muss erfahren werden – nicht konsumiert</strong></span></p>
<p>Hier liegt der blinde Fleck, den selbst gut gemeinte Foresight-Programme häufig haben – und den KI-gestützte Foresight-Tools trotz ihrer unleugbaren Effizienzgewinne verschärfen könnten.</p>
<p>KI kann scannen, synthetisieren, strukturieren. Sie beschleunigt die Produktion von Trendreports und Szenarien erheblich. Aber sie kann nicht ersetzen, was Foresight eigentlich leistet: die kognitive Arbeit, die entsteht, wenn Führungskräfte sich wirklich mit alternativen Zukünften auseinandersetzen.</p>
<p>Der Unterschied liegt zwischen Consuming und Understanding. Wer einen KI-generierten Bericht liest, konsumiert Information. Wer im Szenario-Workshop mit Kolleginnen und Kollegen darum ringt, welche Annahmen die eigene Strategie tragen – und welche brechen könnten – versteht. Und nur das Verstehen verändert, wie man später entscheidet.</p>
<p>Die Frage für jede Führungskraft und jede Organisation lautet deshalb nicht: Haben wir Foresight? Sondern: Erleben unsere Führungskräfte Foresight – oder konsumieren sie es nur?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Quellenangaben:</em></strong></p>
<p><em>Barton, D., Manyika, J., &amp; Williamson, S. K. (2017). Finally, Evidence That Managing for the Long Term Pays Off. Harvard Business Review, 95(3), 44–53.</em></p>
<p><em>Flammer, C., &amp; Bansal, P. (2017). Does a long-term orientation create value? Evidence from a regression discontinuity. Strategic Management Journal, 38(9), 1827–1847. <a href="https://doi.org/10.1002/smj.2629">https://doi.org/10.1002/smj.2629</a></em></p>
<p><em>Rohrbeck, R., &amp; Kum, M. E. (2018). Corporate foresight and its impact on firm performance: A longitudinal analysis. Technological Forecasting and Social Change, in press, 1–30. <a href="https://doi.org/10.1016/j.techfore.2017.12.013">https://doi.org/10.1016/j.techfore.2017.12.013</a></em></p>
<p><em>Schwarz, J. O., Rohrbeck, R., &amp; Wach, B. (2020). Corporate foresight as a microfoundation of dynamic capabilities. FUTURES &amp; FORESIGHT SCIENCE, 2(2), e28. <a href="https://doi.org/https://doi.org/10.1002/ffo2.28">https://doi.org/https://doi.org/10.1002/ffo2.28</a></em></p>
<p><em>Schwarz, J. O., Schropp, T. C., Wach, B., &amp; Buder, F. (2025). Do internal foresight activities add value to decision-making? Insights from an empirical investigation. Futures, 166, 103548. <a href="https://doi.org/https://doi.org/10.1016/j.futures.2025.103548">https://doi.org/https://doi.org/10.1016/j.futures.2025.103548</a></em></p>
<p><em>Wach, B., Schwarz, J. O., &amp; von Held, F. (2025). Corporate foresight for the benefit of corporates’ innovation climate. FUTURES &amp; FORESIGHT SCIENCE, 7(1), e195. <a href="https://doi.org/https://doi.org/10.1002/ffo2.195">https://doi.org/https://doi.org/10.1002/ffo2.195</a></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/foresight-wirkt-aber-vielleicht-anders-als-gedacht/">Foresight wirkt – aber vielleicht  anders als gedacht</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
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		<title>Zukunft braucht Entscheidungen: heute &#8211; Warum Strategic Foresight mehr ist als Trends, Daten und KI und wie sich Unternehmen damit auf mögliche Zukünfte vorbereiten</title>
		<link>https://manager-wissen.com/zukunft-braucht-entscheidungen-heute-warum-strategic-foresight-mehr-ist-als-trends-daten-ki-und-wie-sich-unternehmen-damit-auf-moegliche-zukuenfte-vorbereiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2026 07:11:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://manager-wissen.com/?p=104246</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Zukunft wird für Unternehmen immer schwerer vorhersehbar. Nicht einzelne Veränderungen, sondern ihr gleichzeitiges Auftreten und ihre Dynamik prägen die strategische Planung. Erfolgreiche Führung bedeutet deshalb nicht, eine einzige Zukunft zu prognostizieren, sondern verschiedene mögliche Zukünfte zu verstehen und darauf vorbereitet zu sein.</p>
<p>Viele Unternehmen orientieren ihre Strategien jedoch weiterhin an einem bevorzugten Zukunftsbild. Ändern sich die zugrunde liegenden Annahmen, geraten auch darauf aufbauende Entscheidungen und Investitionen schnell unter Druck.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/zukunft-braucht-entscheidungen-heute-warum-strategic-foresight-mehr-ist-als-trends-daten-ki-und-wie-sich-unternehmen-damit-auf-moegliche-zukuenfte-vorbereiten/">Zukunft braucht Entscheidungen: heute &#8211; Warum Strategic Foresight mehr ist als Trends, Daten und KI und wie sich Unternehmen damit auf mögliche Zukünfte vorbereiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333399;"><strong>Warum Unternehmen in Möglichkeiten statt in Prognosen denken müssen</strong></span></p>
<p><strong>Die Zukunft wird für Unternehmen immer schwerer vorhersehbar. Nicht einzelne Veränderungen, sondern ihr gleichzeitiges Auftreten und ihre Dynamik prägen die strategische Planung. Erfolgreiche Führung bedeutet deshalb nicht, eine einzige Zukunft zu prognostizieren, sondern verschiedene mögliche Zukünfte zu verstehen und darauf vorbereitet zu sein.</strong></p>
<p><strong>Viele Unternehmen orientieren ihre Strategien jedoch weiterhin an einem bevorzugten Zukunftsbild. Ändern sich die zugrunde liegenden Annahmen, geraten auch darauf aufbauende Entscheidungen und Investitionen schnell unter Druck.</strong></p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><em><strong>Was ist Strategic Foresight?</strong></em></span></p>
<p>Strategic Foresight ist die strukturierte Auseinandersetzung mit Veränderungen im Unternehmensumfeld und einer zunehmend unsicheren Zukunft. Im Mittelpunkt steht nicht die Vorhersage der Zukunft, sondern das Verständnis mehrerer plausibler Entwicklungen.</p>
<p><strong>Kernidee:</strong> Unternehmen nutzen Foresight, um Szenarien zu entwickeln, Chancen und Risiken zu erkennen und daraus strategische Optionen abzuleiten. So bleiben sie auch unter Unsicherheit handlungsfähig und gestalten ihre Zukunft aktiv mit.</p>
<p><strong>Mehr als eine Methode:</strong> Strategic Foresight ist ein Zukunftsmindset, das idealerweise die gesamte Organisation prägt. Entscheidend ist die Fähigkeit, unterschiedliche Zukünfte zu verstehen, zu diskutieren und in Entscheidungen einzubeziehen.</p>
<p><strong>Zentrale Zukunftskompetenz:</strong> Diese Fähigkeit wird als Futures Literacy bezeichnet, also die Kompetenz, mit verschiedenen Zukunftsbildern produktiv umzugehen.</p>
</div>
<p>Strategic Foresight hilft Unternehmen, plausible Entwicklungen zu verstehen, strategische Optionen abzuleiten und die zugrunde liegenden Annahmen transparent zu machen. So entsteht Orientierung in unsicheren Zeiten und ein gemeinsamer Kompass für Strategie, Innovation und Entscheidungen.</p>
<p>Untätig sind Unternehmen dahingehend nicht. Sie pflegen Trendradare, analysieren den Reifegrad neuer Technologien, entwickeln Strategien und führen digitale Plattformen ein. Doch meine jahrelange Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Unternehmen und 100 geführte Podcast-Gespräche haben mir gezeigt: Trendanalysen, Zukunftsradare, Stu­dien, Szenarien und Plattformen schaffen allein noch keine Zukunftsfähigkeit.</p>
<p>Zu den Podcasts</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-104259" src="https://manager-wissen.com/wp-content/uploads/2026/08/QR-Code_the-secret-source-of-innovation-e1785762606735.jpg" alt="" width="273" height="263" /></p>
<p>Entscheidend ist, ob Führungsteams die einzelnen Bausteine zu einem Gesamtbild verbinden. Und ob sie die unterschiedlichen Informationen und Perspektiven tatsächlich nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen. Strategic Foresight-Arbeit beginnt deshalb nicht mit einem weiteren Tool oder kann heutzutage einfach durch eine KI umgesetzt werden. Sie beginnt mit der Fähigkeit einer Organisation, Wissen über mögliche Zukünfte in Orientierung und konkretes Handeln zu übersetzen.</p>
<p>Die folgenden Paragrafen zeigen, welche Schritte bei der Implementierung von Strategic Foresight entscheidend sind, wie KI dabei unterstützen kann und an welchen Stellschrauben sich der Mehrwert deutlich steigern lässt.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">1. Wie Sie die zukünftigen Treiber Ihrer Branche frühzeitig erkennen</span><br />
</strong><em><br />
</em>Die kontinuierliche Beobachtung des Unternehmensumfelds ist die Basis erfolgreicher Foresight-Arbeit. Unternehmen müssen Veränderungen in ihrem eigenen Bereich sowie in angrenzenden Branchen frühzeitig erkennen. KI erweitert dabei die Möglichkeiten: Sie analysiert große Datenmengen, erkennt Muster und identifiziert Trends, Technologiezyklen und Marktbewegungen schneller als je zuvor.KI hilft Unternehmen, mehr zu sehen, aber nicht, automatisch besser zu verstehen. Erst durch menschliche Interpretation werden Daten zur strategischen Orientierung. Erfahrung, Kontextwissen und der Austausch mit internen Spezialist:innen sowie externen Trend Receiver:innen und Expert:innen helfen dabei, schwache Signale früh wahrzunehmen, einzuordnen und relevante Zukunftsbilder zu entwickeln.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>2. Wie Sie unterschiedliche, plausible Zukunftsbilder von Ihrer Branche entwerfen können<br />
</strong></span><em><br />
</em>Um aus unterschiedlichen Zukunftstreibern plausible Zukunftsbilder einer Industrie zu entwickeln, eignet sich die Szenariotechnik. Zunächst werden besonders unsichere und relevante Einflussfaktoren identifiziert und in einem Zukunftsgrid gegenübergestellt. Aus ihren unterschiedlichen Ausprägungen entstehen Szenarien, die zunächst unabhängig von der eigenen Unternehmenspositionierung exploriert werden.Für Qvest, das global führende Systemhaus der Medienindustrie, haben wir beispielsweise Szenarien entlang der Achsen „Intensität der AI-/Technologie-Adoption“ und Marktfragmentierung“ entwickelt. Daraus entstanden unter anderem die Szenarien „AI-Thunderstorm“ (hohe Adoption, hohe Fragmentierung) und „Consolidated European Infrastructure“ (geringere Adoption, geringe Fragmentierung) mit jeweils unterschiedlichen strategischen Implikationen für Qvest und dessen Leistungsportfolio.KI kann die Szenarioentwicklung unterstützen, indem sie Daten kombiniert, Muster erkennt und Entwicklungen extrapoliert. Ihre Grenzen zeigt sie jedoch dort, wo es darum geht, strategische Spannungsfelder zu eröffnen oder bewusst zu irritieren. Denn Szenarien sollen nicht nur zeigen, was wahrscheinlich ist, sondern auch sichtbar machen, was möglich ist. Dadurch werden neue Fragen für die Strategieentwicklung aufgeworfen.</p>
<p>Die Arbeit mit Szenarien endet daher nicht mit ihrer Entwicklung. Führungsteams müssen die unterschiedlichen Zukunftsbilder verstehen und deren Konsequenzen ableiten. Entscheidend ist, nicht vorschnell an einer einzigen Zukunft festzuhalten, sondern mit der Gleichzeitigkeit mehrerer möglicher Zukünfte umzugehen. Ab diesem Punkt sind drei Elemente zentral, die durch Automatisierung unterstützt werden können, aber vor allem eines erfordern: menschliches Engagement.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><strong><em>Drei zentrale Elemente der Szenarienarbeit</em></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><strong>Aktiv über die Zukunft nachdenken</strong>:Foresight ist kein Trendreport, sondern ein gemeinsamer Denkprozess. Führungsteams müssen Unsicherheit als Grundlage strategischer Entscheidungen bewusst akzeptieren.</li>
<li><strong>Über die Zukunft sprechen</strong>:Futures Literacy entsteht durch Diskussion, Perspektivwechsel und gemeinsame Reflexion. Erst dadurch entwickelt eine Organisation ein gemeinsames Verständnis möglicher Zukünfte.</li>
<li><strong>Die Zukunft aktiv gestalten</strong>:Der Wert von Foresight zeigt sich erst in Entscheidungen und ihrer konsequenten Umsetzung. KI unterstützt die Analyse, Leadership setzt Prioritäten und schafft Verbindlichkeit.</li>
</ul>
</div>Die Zusammenarbeit mit den Co-Autor:innen von Enpulse (EnBW) und Henkel hat gezeigt: Klare Governance, passende Strukturen und Prozesse sind wichtige Enabler. Eine Kultur des Austauschs, der Kollaboration und der gemeinsamen Reflexion bildet die Grundlage für strategisches Alignment und ermöglicht erst dadurch volle Wirksamkeit.</p>
<p><strong style="color: #333399;"><strong style="color: #333399;">3. Wie Sie unterschiedliche Zukünfte für Ihre Firma entwickeln können</strong></strong></p>
<p>Der nächste Schritt ist die Übersetzung möglicher Zukünfte in unternehmensspezifische Implikationen. Die strategische Flughöhe kann dabei unterschiedlich sein: Foresight-Prozesse lassen sich auf Unternehmensebene, für einzelne Geschäftsbereiche oder – in kleineren Formaten – für Produktbereiche und Funktionen durchführen.Die zentralen Fragen lauten:</p>
<p>Welche Chancen und Risiken ergeben sich für unser Unternehmen?<br />
Welche Entwicklungen passen zu uns?<br />
Welche Annahmen überzeugen unterschiedliche Akteur:innen im Unternehmen?<br />
Und warum?</p>
<p>Aus dieser Auseinandersetzung sollten verschiedene Zukunftsbilder, Opportunity-Spaces und strategische Implikationen entwickelt werden. Diese können als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen: um auf Veränderungen schneller und besser vorbereitet zu sein, relevante Themenfelder gezielt weiter zu explorieren oder unterschiedlichen Unternehmensbereichen eine strategische Orientierung zu geben.</p>
<p>Auch in diesem Schritt sind die drei zuvor beschriebenen Elemente entscheidend.</p>
<p>Foresight-Workshops schaffen den Raum, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und strategische Konsequenzen gemeinsam zu bewerten. So wird aus Wissen gemeinsames Handeln.</p>
<p><span style="color: #333399;"><span style="color: #333399;"><span style="color: #333399;"><strong><strong>4. Backcasting: Wie Sie von unterschiedlichen Zukünften zu konkreten Schritten kommen</strong></strong></span></span></span></p>
<p>In vielen Unternehmen wird der letzte Schritt sträflich vernachlässigt: die konsequente Übersetzung von Optionen in konkrete Maßnahmen. Denn Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein dadurch, dass Unternehmen mögliche Zukünfte verstehen. Sie müssen heute die Entscheidungen treffen, die das Eintreten einer gewünschten Zukunft wahrscheinlicher machen.Genau hier setzt Backcasting an. Ausgehend von einem gewünschten Zukunftszustand werden notwendige Implikationen und Handlungsoptionen rückwärts entlang einer Zeitachse abgeleitet und priorisiert: systematisch, transparent und unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten. So lassen sich Auswirkungen auf Strategie, Organisation, Portfolio, Innovation und erforderliche Kompetenzen klarer bestimmen.KI kann Handlungsoptionen strukturieren und bewerten. Die Priorisierung und Entscheidung bleiben Aufgabe der Unternehmensführung.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Fazit: KI schafft Kapazitäten – Futures Literacy entscheidet, wie Unternehmen sie nutzen</strong></span></p>
<p>KI erleichtert die Analyse, unterstützt bei der Szenarienausgestaltung und hilft bei der Ableitung strategischer Optionen. Zukunftsfähigkeit entsteht jedoch erst dort, wo Unternehmen diese Erkenntnisse in Entscheidungen und konsequentes Handeln übersetzen. Deshalb sollten die durch Automatisierung frei werdenden Ressourcen in das investiert werden, was Organisationen langfristig stärkt: Reflexion, Austausch, Leadership und eine Kultur, die unterschiedliche Zukünfte systematisch in strategische Entscheidungeneinbezieht.</p>
<p>Die besten Ideen entstehen im Austausch. Zustimmung, Widerspruch oder eine spannende Ergänzung? Ich freue mich immer über Feedback an <a href="mailto:giordano.koch@hyve.net">giordano.koch@hyve.net </a>oder via <a href="https://www.linkedin.com/in/giordanokoch/">LinkedIn</a></p>
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		<title>Time-to-Capacity Die neue Standortwährung der digitalen  Wirtschaft</title>
		<link>https://manager-wissen.com/time-to-capacity-die-neue-standortwaehrung-der-digitalen-wirtschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 18:08:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://manager-wissen.com/?p=104193</guid>

					<description><![CDATA[<p>Deutschland braucht neue Wachstumspfade: durch KI, durch eine produktive digitale Verwaltung und durch Industrieunternehmen, die aus Daten endlich mehr Wertschöpfung generieren. Doch eine wichtige Voraussetzung wird dabei noch zu oft übersehen: Rechenleistung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/time-to-capacity-die-neue-standortwaehrung-der-digitalen-wirtschaft/">Time-to-Capacity Die neue Standortwährung der digitalen  Wirtschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutschland braucht neue Wachstumspfade: durch KI, durch eine produktive digitale Verwaltung und durch Industrieunternehmen, die aus Daten endlich mehr Wertschöpfung generieren. Doch eine wichtige Voraussetzung wird dabei noch zu oft übersehen: Rechenleistung.</strong></p>
<p>Rechenzentren sind die physische Basis der digitalen Wirtschaft. Ohne sie bleibt KI ein Versprechen, Cloud-Souveränität ein unerfüllter Anspruch und Digitalisierung ein Projektplan. Jede digitale Anwendung in Unternehmen, Behörden, Kliniken oder Forschung braucht sichere, hochverfügbare und effizient betriebene Infrastruktur. Die Standortfrage der nächsten Jahre lautet deshalb auch: Wo entsteht Rechenleistung, die Wachstum ermöglicht?</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Deutschlands Ausgangslage</strong></span></p>
<p>Deutschland startet nicht bei null. Mit über 2.000 Rechenzentren und rund 3.000 Megawatt installierter IT-Anschlussleistung, davon erst etwa 500 Megawatt für KI und Hochleistungsrechnen, ist das Land bereits einer der führenden Standorte Europas. Die industrielle Nachfrage ist vorhanden, zentrale Internetknoten, Know-how und Investoren ebenfalls. Auch politisch ist die Bedeutung angekommen: So wurde im März 2026 die Nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen, die das Ziel benennt, die IT-Anschlussleistung bis 2030 gegenüber 2025 zu verdoppeln und jene für KI und Hochleistungsrechnen mindestens zu vervierfachen. Die Richtung stimmt. Doch der Kern liegt in der Umsetzung. Der Engpass ist nicht fehlende Nachfrage oder fehlendes Kapital. Nach Berechnungen der German Datacenter Association erfordert allein die Verdopplung Investitionen von 30 bis 40 Milliarden Euro. Der Engpass liegt vielmehr darin, ob diese Projekte rechtzeitig realisiert werden: mit Flächen, Anschlussleistung, Genehmigungen, realistischen Effizienzanforderungen und Akzeptanz vor Ort.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><em><strong><span style="color: #333399;">Fünf Standortaufgaben für die KI-Ökonomie</span></strong></em></p>
<ol>
<li><strong>Rechenzentren als Wachstumsinfrastruktur begreifen</strong><br />
Ohne verfügbare Kapazität keine skalierbare KI, keine souveräne Cloud, keine digitale Industrie.</li>
<li><strong>Time-to-Capacity zur Standortkennzahl machen</strong><br />
Entscheidend ist nicht nur, ob Projekte gewollt sind, sondern auch, wann sie tatsächlich ans Netz gehen.</li>
<li><strong>Energie, Genehmigung und Flächen zusammen planen</strong><br />
Digitale Infrastruktur braucht leistungsfähige Stromnetze, Glasfaser, Bauleit- und Wärmeplanung.</li>
<li><strong>Ambition europäisch anschlussfähig halten</strong><br />
Effizienz und Nachhaltigkeit sind Standortvorteile. Nationale Sonderwege sind es nicht.</li>
<li><strong>Kommunen zu Partnern machen</strong><br />
Akzeptanz entsteht durch lokale Wertschöpfung, Abwärmeperspektiven, Infrastruktur und frühzeitige Einbindung.</li>
</ol>
</div>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Time-to-Capacity als Standortfaktor</strong></span></p>
<p>Die neue Standortwährung heißt Time-to-Capacity. Früher fragte man: Wann läuft die Fabrik? Heute kommt hinzu: Wann ist die Rechenkapazität verfügbar? Für Unternehmen, Investoren und öffentliche Auftraggeber entscheidet diese Frage über den Standort. Wer KI-Modelle trainieren, Daten sicher verarbeiten oder digitale Dienste skalieren will, braucht planbar zusätzliche Kapazität.</p>
<p><span style="color: #333399;"><strong>Damit Kapazität entsteht: Drei Hebel für schnellere Realisierung</strong></span></p>
<p>Drei Hebel sind jetzt wichtig:</p>
<ol>
<li><strong>Integrierte Infrastrukturplanung</strong><br />
Der erste Schritt ist eine integrierte Infrastrukturplanung. Rechenzentren entstehen nicht isoliert. Sie brauchen Stromnetze, Flächen, Bauleitplanung, Konnektivität und Fachkräfte. Heute werden diese Fragen zu oft getrennt behandelt. Der globale Wettbewerb entscheidet aber parallel. Ob ein Standort geeignet ist, hängt heute primär davon ab, welche elektrische Anschlussleistung zeitnah verfügbar ist, welche Genehmigungen nötig sind und wie eng Kommunen, Netzbetreiber und Betreiber zusammenarbeiten.</li>
<li><strong>Planbare Netzanschlüsse</strong><br />
Zweitens muss der Netzanschluss planbarer werden. Es ist richtig, knappe Kapazitäten nicht einfach nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ zu vergeben. Realisierungsreife muss zählen. Gleichzeitig darf daraus kein „Henne-Ei-Problem“ entstehen: Investoren brauchen eine belastbare Anschlusszusage, um Finanzierung und Fläche final zu sichern. Eine Anschlusszusage setzt aber oft genau diese Punkte voraus. Eine frühe, bedingte Reservierung kann beide Seiten absichern: verbindlich genug für Investoren, aber an klare Meilensteine geknüpft. Das ersetzt den Netzausbau jedoch nicht. Deutschland muss seine Netze schneller ausbauen.</li>
<li><strong>Verlässliche und europäisch anschluss­fähige Regulierung</strong><br />
Drittens braucht Regulierung Verlässlichkeit und europäische Anschlussfähigkeit. Effizienz, erneuerbare Energien und Abwärmenutzung sind richtige Ziele. Daran hat die Branche selbst ein Interesse. Regeln müssen jedoch in der Praxis funktionieren und zu europäischen Standards passen. Nationale Sonderwege erhöhen den Aufwand, ohne automatisch mehr Nachhaltigkeit zu schaffen. Sie können im Gegenteil dazu führen, dass Kapazität außerhalb Deutschlands entsteht.</li>
</ol>
<p><strong><span style="color: #333399;">Abwärme und Akzeptanz vor Ort: Rechenzentren als Teil der lokalen Infra­struktur</span></strong></p>
<p>Ein gutes Beispiel ist Abwärme. Das Potenzial ist real. Die Umsetzung ist häufig sehr langwierig. Wo Standort, Wärmenetz und Abnehmer zusammenpassen, kann die Abwärme von Rechenzentren einen Beitrag zur lokalen Wärmewende leisten. Aber Wärme lässt sich nicht per Gesetz nutzbar machen. Wärme wird erst nutzbar, wenn vor Ort ein Abnehmer existiert, sich die Investition trägt und alle früh genug mit-<br />
einander planen.</p>
<p>Das gilt auch für die Akzeptanz vor Ort. Rechenzentren müssen gute Nachbarn sein. Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und der lokalen Wirtschaft sind ernst zu nehmen. Wer eine schnellere Umsetzung digitaler Infrastruktur ermöglichen will, muss aufzeigen, welchen Nutzen sie vor Ort bringt: Einnahmen für die Gemeinde, Perspektiven für die Wärmewende und Verlässlichkeit im Dialog.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Fazit: Kapazität entsteht durch Umsetzung</span></strong></p>
<p>Noch ist es nicht zu spät für Deutschland. Aber: Strategien allein schaffen noch keine Kapazität. Am Ende zählen angeschlossene Megawatt, genehmigte Standorte, verlässliche Zeitpläne und Rechenzentren, in denen die Server tatsächlich laufen.</p>
<p>Als Stimme der Rechenzentrumsbranche bringt die GDA die Beteiligten dafür an einen Tisch: Politik, Netzbetreiber, Kommunen und Betreiber. Die Frage ist deshalb nicht, ob Deutschland neue Rechenzentren braucht. Die Frage ist, ob wir sie rechtzeitig ermöglichen. Wer KI, digitale Souveränität und neues Wachstum möchte, muss Rechenleistung als das betrachten, was sie ist: eine Schlüsselressource der kommenden Wirtschaftsordnung.</p>
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		<title>Wachstum braucht kontrollierbare Infrastruktur</title>
		<link>https://manager-wissen.com/wachstum-braucht-kontrollierbare-infrastruktur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 18:07:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der nächste Engpass der KI-Wirtschaft ist nicht der Algorithmus. Entscheidend ist,  ob Unternehmen über Rechenleistung, Sicherheit, Datenkontrolle und tragfähige Betriebsmodelle verfügen, um digitale Geschäftsmodelle tatsächlich zu skalieren. Für den Mittelstand bedeutet das: Souveränität entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch bewusst getroffene Architekturentscheidungen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der nächste Engpass der KI-Wirtschaft ist nicht der Algorithmus. Entscheidend ist, ob Unternehmen über Rechenleistung, Sicherheit, Datenkontrolle und tragfähige Betriebsmodelle verfügen, um digitale Geschäftsmodelle tatsächlich zu skalieren. Für den Mittelstand bedeutet das: Souveränität entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch bewusst getroffene Architekturentscheidungen.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Rechenleistung wird zur strategischen Engpassressource</span></strong></p>
<p>Viele Vorstände diskutieren über KI-Strategien, ohne die Infrastrukturfrage beantwortet zu haben. Doch wer über Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Cloud oder datengetriebene Geschäftsmodelle spricht, spricht immer auch über verfügbare, sichere und skalierbare IT-­Kapazität.</p>
<p>Der Markt zeigt, wie schnell sich diese Frage zuspitzt. Laut Bitkom wird sich die installierte Rechenzentrumsleistung in Deutschland von rund 2.980 Megawatt im Jahr 2025 auf mehr als 5.000 Megawatt bis 2030 erhöhen. Gleichzeitig wächst der Anteil von KI- und hochrechenintensiven Anwendungen von rund 15 auf 40 Prozent. Rechenzentren werden damit zu einem entscheidenden Faktor für Produktivität, Innovationsfähigkeit und digitale Souveränität.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Der Mittelstand steht vor einer neuen Make-or-Buy-Frage</span></strong></p>
<p>Viele mittelständische IT-Organisationen arbeiten bereits am Limit. Betrieb, Security, Cloud, Compliance und Notfallmanagement binden Ressourcen, während gleichzeitig Fachkräfte fehlen. Für viele Unternehmen ist es daher kaum realistisch, Rechenzentrumsbetrieb, Cloud-Architektur, 24/7-Security, Compliance und Wiederherstellung vollständig intern aufzubauen.</p>
<p>Die Frage lautet deshalb nicht mehr: Eigenbetrieb oder Outsourcing? Sie lautet: Welche Verantwortung bleibt im Unternehmen – und wo erhöhen externe Partner Stabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit?</p>
<p><span style="color: #333399;">Souveränität heißt Entscheidungsfähigkeit</span></p>
<p>Digitale Souveränität wird häufig mit Datenlokation verwechselt. Natürlich ist relevant, ob Daten in Deutschland, Europa oder einem anderen Rechtsraum verarbeitet werden. Entscheidend ist aber nicht allein, wo Server stehen. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Abhängigkeiten kennen und steuern können: Wo liegen welche Daten? Wer hat Zugriff? Welche Subdienstleister sind beteiligt? Welche Exit-Optionen gibt es? Wie schnell lassen sich kritische Systeme wiederherstellen?</p>
<p>Richtig gestaltete externe Infrastruktur kann Kontrolle sogar erhöhen: durch geprüfte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten, dokumentierte Sicherheitsmechanismen, transparente Nachweise und belastbare Service Level. Souverän ist nicht das Unternehmen, das alles besitzt. Souverän ist das Unternehmen, das seine Architektur bewusst steuert.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Colocation als kontrollierbarer Mittelweg</span></strong></p>
<p>Viele mittelständische Unternehmen suchen ein Modell, das Kontrolle und Professionalität verbindet. Colocation bietet genau das: Unternehmen betreiben ihre eigene Hardware in einem externen, hochverfügbaren Rechenzentrum &#8211; mit professioneller Energieversorgung, physischer Sicherheit, redundanter Netzanbindung und 24/7-Monitoring.</p>
<p>Der Nutzen liegt in der Kombination: hohe Ausfallsicherheit, Entlastung der internen IT, bessere Skalierbarkeit und geringere Investitionen in eigene Infrastruktur. Zugleich behalten Unternehmen die Kontrolle über Server, Anwendungen und Daten. Colocation ist damit weder klassischer Eigenbetrieb noch vollständige Cloud-Nutzung, sondern ein pragmatischer Mittelweg. Moderne Architekturen verbinden Colocation mit Private Cloud, Hybrid-Cloud, Managed Services und IT-Security &#8211; je nach Schutzbedarf und Workload.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Praxisbeispiel: Wenn Verfügbarkeit über Umsatz entscheidet</span></strong></p>
<p>Für viele Mittelständler sind digitale Vertriebskanäle längst kein Zusatzgeschäft mehr, sondern zentraler Umsatzbringer. Ein anonymisiertes Beispiel aus dem B2B-Handel zeigt, wie schnell daraus eine strategische Infrastrukturfrage wird: Über die digitale Plattform eines mittelständisch geprägten Handelsunternehmens werden täglich Waren im siebenstelligen Eurobereich bestellt; ein Teil der Kunden wird Just-in-Time beliefert.</p>
<p>Die Herausforderung lag nicht allein in zusätzlicher Rechenleistung. Entscheidend waren maximale Verfügbarkeit, sichere Anbindung an das Warenwirtschaftssystem und stabile Performance bei Lastspitzen. Die Lösung: eine hybride IT-Architektur aus virtuellen und dedizierten Systemen, kombiniert mit Datenbankbetrieb, Loadbalancing, Firewall-Schutz, Backup, Monitoring und 24/7-Betriebsverantwortung.</p>
<p>So konnte das Unternehmen sein digitales Geschäftsmodell weiter skalieren. Die interne IT blieb steuernd eingebunden, wurde aber bei Betrieb, Verfügbarkeit und Sicherheit entlastet. Genau darin liegt moderne Souveränität: Kontrolle behalten, ohne jede Fähigkeit selbst vorhalten zu müssen.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Europäische Infrastruktur bewusst nutzen</span></strong></p>
<p>Europäische und deutsche Infrastrukturanbieter spielen dabei eine wichtige Rolle. Nicht aus Protektionismus, sondern aus Gründen des Risikomanagements. Wer kritische Daten und Anwendungen betreibt, braucht Alternativen zu einseitigen Plattformabhängigkeiten. Europäische Anbieter können Rechtsraum, Nähe, Nachvollziehbarkeit und ein besseres Verständnis regulatorischer Anforderungen verbinden.</p>
<p>Gleichzeitig dürfen europäische Lösungen nicht verklärt werden. Sie müssen leistungsfähig, wirtschaftlich und integrationsfähig sein. Der Anspruch muss deshalb sein, souveräne Infrastrukturen als professionell anschlussfähige Alternative zu verstehen: sicher, flexibel, auditierbar und praxistauglich. Risiken sind nicht per se schlecht. Aber sie müssen bewusst eingegangen werden.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Was Entscheider jetzt tun müssen</span></strong></p>
<p>Digitale Geschäftsmodelle, KI und Skalierung scheitern selten an Ideen, sondern häufig an fehlender oder nicht ausreichend kontrollierbarer Infrastruktur. Für die Geschäftsführung gilt daher: Infrastrukturstrategie ist Unternehmensstrategie.</p>
<p>Der erste Schritt muss keine große Migration sein. Oft genügt ein strukturierter Infrastruktur-Check: Welche Anwendungen und Daten sind geschäftskritisch? Wissen wir, wo sie liegen, wer Zugriff hat und wie ein Exit möglich wäre? Können wir Verfügbarkeit, Security und Wiederherstellung intern dauerhaft leisten – oder brauchen wir gezielt externe Expertise?</p>
<p>Darauf aufbauend lässt sich das passende Betriebsmodell wählen: Eigenbetrieb für strategische Systeme, Colocation für Kontrolle ohne eigene Rechenzentrumsinvestitionen, Private oder Hybrid-Cloud für Skalierung, Managed Security für zusätzlichen Schutz. Die nächste Welle der Digitalisierung entscheidet sich nicht allein an Algorithmen, sondern an der Infrastruktur, auf der sie laufen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/wachstum-braucht-kontrollierbare-infrastruktur/">Wachstum braucht kontrollierbare Infrastruktur</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
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		<title>Telefónica: Innovationskraft und Datensouveränität im Einklang</title>
		<link>https://manager-wissen.com/telefonica-innovationskraft-und-datensouveraenitaet-im-einklang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Regina Gödde]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 18:06:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://manager-wissen.com/?p=104171</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unternehmen bewegen sich aktuell in einem heiklen Spannungsfeld: Auf der einen Seite herrscht ein massiver Druck, Innovationsprozesse mit Cloud-Technologien, Daten und Künstlicher Intelligenz (KI) voranzutreiben. Auf der anderen Seite verlangen regulatorische Anforderungen und geopolitische Risiken nach souveränen, lokal betriebenen Lösungen, die genau diese Innovationskraft hemmen können. Ein Beispiel der Telefónica Deutschland zeigt, wie sich auch beim Einsatz hochsensibler Daten ein gesundes Gleichgewicht zwischen geschäftlichem Nutzen sowie der erforderlichen Kontrolle und Sicherheit herstellen lässt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/telefonica-innovationskraft-und-datensouveraenitaet-im-einklang/">Telefónica: Innovationskraft und Datensouveränität im Einklang</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unternehmen bewegen sich aktuell in einem heiklen Spannungsfeld: Auf der einen Seite herrscht ein massiver Druck, Innovationsprozesse mit Cloud-Technologien, Daten und Künstlicher Intelligenz (KI) voranzutreiben. Auf der anderen Seite verlangen regulatorische Anforderungen und geopolitische Risiken nach souveränen, lokal betriebenen Lösungen, die genau diese Innovationskraft hemmen können. Ein Beispiel der Telefónica Deutschland zeigt, wie sich auch beim Einsatz hochsensibler Daten ein gesundes Gleichgewicht zwischen geschäftlichem Nutzen sowie der erforderlichen Kontrolle und Sicherheit herstellen lässt.</strong></p>
<p>Die Telefónica Deutschland verarbeitet vertrauliche Telekommunikationsdaten – sogenannte Call Detail Records – von über 35 Millionen Kunden. Infolgedessen fällt das Unternehmen unter das Dachgesetz für den Schutz und die Resilienz von kritischen Infrastrukturen (KRITIS). Das bedeutet, dass die Anforderungen an die Datensouveränität und -sicherheit besonders hoch sind. Im Gegenzug hängt der wirtschaftliche Erfolg in hohem Maße von einem unternehmensweiten Einsatz der Datenbestände ab. Die Verantwortlichen meistern diesen Balanceakt durch eine spezielle Kombination technologischer Komponenten.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p style="text-align: center;">„<em>At Telefónica Germany, we are committed to maintain the highest standards of data privacy and IT security for our customers.”</em></p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>Dr. Jens Johannesson, Head of Data Intelligence, Telefónica Deutschland</em></strong></p>
</div>
<p><strong><span style="color: #333399;">Komponente 1: Sovereign Public Cloud</span></strong></p>
<p>Die Datenlandschaft von Telefónica basiert auf Azure-Cloud-Technologien von Microsoft. Im Rahmen der sogenannten Sovereign Cloud stellt der Anbieter drei Varianten zur Verfügung: eine Public Cloud, eine Private Cloud sowie die National Partner Cloud.</p>
<p>Das höchste Schutzniveau bieten dabei die Sovereign Private Cloud sowie die Sovereign National Partner Cloud. Der erste Ansatz basiert auf einer lokalen, isolierten Cloud-Plattform, die der Kunde selbst betreibt. Im zweiten Fall wird die Cloud-Umgebung sogar von staatlich genehmigten lokalen Betreibern bereitgestellt, die vollständig unabhängig von Microsoft sind. Der Nachteil: Beide Konzepte schränken aufgrund dieser Vorkehrungen eine dynamische Nutzung von KI und datengetriebenen Geschäftsmodellen sehr stark ein.</p>
<p>Die Telefónica setzt daher bei ihrer Lösung auf die Sovereign Public Cloud. Dieser Ansatz verbindet die Nutzung europäischer Azure-Regionen mit zusätzlichen Kontrollfunktionen für den Datenspeicherort, die Betriebsaufsicht und die kundenseitig verwaltete Verschlüsselung. Die Kundendaten verbleiben in Europa und unterliegen dem europäischen Recht. Gleichzeitig müssen die Workloads nicht in eine separate Cloud-Umgebung migriert werden.</p>
<p>Allerdings ist die Public Cloud für sich genommen problematisch hinsichtlich der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen. Als US-amerikanisches Unternehmen unterliegt Microsoft dem US Cloud Act. Das heißt, dass US-Behörden unter bestimmten Voraussetzungen einen Zugriff auf die Daten verlangen können – unabhängig davon, wo diese physisch gespeichert sind. Ein relevanter Unsicherheitsfaktor besteht somit weiterhin.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Komponente 2: Azure Databricks Confidential Computing</span></strong></p>
<p>Um diese Sicherheitslücken zu schließen, kommt bei Telefónica ein spezieller Lösungsaufbau zum Einsatz. Das Unternehmen nutzt eine Azure-Databricks-Plattform in der Public Cloud, die mit Confidential Computing als zusätzlichem Sicherheitslayer ausgestattet ist. Das Besondere an Confidential Computing: Die Daten sind nicht nur bei der Speicherung und Übertragung vor unautorisierten Zugriffen geschützt, sondern auch während der Verarbeitung.</p>
<p>Ermöglicht wird dies durch hardware-basierte, isolierte Ausführungsumgebungen, sogenannte Trusted Execution Environments. Hier lassen sich Analysen sensibler Daten nur mit eigens bereitgestellten Sicherheitscodes durchführen. Zusammen mit den gängigen Schutzmaßnahmen für die Datenspeicherung und -übertragung wird letztlich eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ermöglicht, die selbst privilegierte Systemzugriffe – etwa durch Administratoren oder den Cloud-Betreiber – technisch einschränkt und kontrollierbar macht.<br />
Auf diese Weise entsteht schließlich ein praktikabler Mittelweg. Telefónica kann die Innovationspotenziale der Public Cloud erschließen und gleichzeitig das erforderliche Maß an Sicherheit und Datensouveränität gewähr­leisten.</p>
<p><strong><span style="color: #333399;">Fazit: Datensouveränität hängt nicht nur vom Provider ab</span></strong></p>
<p>Datensouveränität muss also kein Hindernis bei der digitalen Transformation des Geschäfts sein. Sie entsteht auch nicht allein durch den Cloud-Anbieter. Vielmehr kommt es auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Governance, Architektur und technischer Absicherung an. Die zentrale Herausforderung besteht darin, Innovation und Kontrolle miteinander zu verbinden, statt sie gegeneinander auszuspielen.</p>
<div class="blue-box fullsize">
<p><span style="color: #333399;"><strong>Das Beispiel zeigt: Datensouveränität ist kein Entweder-oder. Unternehmen müssen Kontrolle und Innovationsgeschwindigkeit ausbalancieren – nicht nur im KRITIS-Umfeld. Daraus ergeben sich fünf zentrale Managementfragen:</strong></span></p>
<ol>
<li>Datenklassifizierung: Welche Daten und Anwendungen sind kritisch?</li>
<li>Architekturstrategie: Welche Workloads gehören in welche Cloud?</li>
<li>Governance: Wie werden Verantwortlichkeiten, Compliance und Audits organisiert?</li>
<li>Souveränität und Regulierung: Welche Anforderungen ergeben sich aus CLOUD Act, NIS2, KRITIS und weiteren Vorgaben?</li>
<li>Innovationsfähigkeit: Wo ist Geschwindigkeit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor?</li>
</ol>
</div>
<p>Gleichzeitig etablieren sich alternative Cloud-Angebote. Neben Sovereign-Cloud-Ansätzen gewinnen auch nationale Provider an Bedeutung, die mit einer stärkeren lokalen Kontrolle werben, ohne die Innovationskraft außer Acht zu lassen. Zwar zeigt sich, dass entsprechende Lösungen gegenwärtig noch nicht vollkommen ausgereift sind. Gerade bei den Services für den Aufbau moderner Cloud-Plattformen besteht ein gewisser Nachholbedarf. Doch die stetig wachsende Nachfrage wird die Entwicklung sichtbar vorantreiben, sodass auch hier bald relevante Ansätze zu erwarten sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://manager-wissen.com/telefonica-innovationskraft-und-datensouveraenitaet-im-einklang/">Telefónica: Innovationskraft und Datensouveränität im Einklang</a> erschien zuerst auf <a href="https://manager-wissen.com">ManagerWissen</a>.</p>
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