Die zentrale Frage bei der Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen mittels einer Rentnergesellschaft (Pension Buy-out) ist die Bestimmung einer angemessenen Vermögensausstattung. Das initiale Vermögen der Rentnergesellschaft muss die Verpflichtungen gegenüber den Leistungsempfängern mit hoher Sicherheit über die Zeit bedienen können. Ein Kapitalanlagemodell muss in der Modellierung der Vermögenswerte und Verpflichtungen daher auf langfristige Stabilität, Robustheit und die zuverlässige Erfüllung der Pensionsverpflichtungen ausgerichtet sein. Die Annahmen und der Mechanismus der Modellierung sind dabei transparent zu machen. Dies ist entscheidend für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und bei den Verhandlungen zwischen dem abgebenden Unternehmen und aufnehmenden Betreiber.
Die bewährte Investmentarchitektur von Swiss Life Asset Managers in Verbindung mit einem tief verankerten, versicherungstechnisch geprägten Anlageverständnis sowie modernen quantitativen Optimierungsverfahren wird diesen Anforderungen gerecht.
Gemeinsame und konsistente Modellierung der Vermögenswerte und Verpflichtungen
Im Zentrum einer idealtypischen Modellierung steht ein mehrstufiger, systematischer Prozess, der sicherstellt, dass Kapitalstrukturen, Liquiditätsflüsse und Verpflichtungsprofile langfristig im Gleichgewicht bleiben. Das beginnt mit einer präzisen Bestimmung des Anlageuniversums, das sowohl liquide als auch illiquide Anlageklassen umfasst und auf das spezifische Cashflow‑Profil der Verpflichtungsstrukturen einer Rentnergesellschaft abgestimmt ist. Der klassische Asset Liability Management-Ansatz reicht für eine dynamische Verpflichtungsstruktur nicht aus. Effizient ist hingegen die Ermittlung eines dynamischen Allokationspfades, der ausgehend vom letzten Leistungsempfänger der Rentnergesellschaft (z.B. t+80 Jahre) zielgenau rückwärts in jeder Periode die optimale Kombination aus Liquidität, Ertrag und Stabilität bestimmt.
Vermögensallokation
Der regelmäßig sehr lange Horizont einer Rentnergesellschaft von typischerweise 50 bis 80 Jahren erlaubt die Konstruktion eines diversifizierten Anlageportfolios. Zentrale Eingangsgrößen sind dabei konservative, aber realistische Kapitalmarktannahmen zu Renditen, Volatilitäten und Korrelationen sowie explizite Portfoliorestriktionen. Insbesondere für illiquide Assets sind solche Restriktionen wesentlich, um mit hoher Wahrscheinlichkeit die periodengerechte Bedienung der zukünftigen Cashflows sicherzustellen. Eine optimale Portfoliostruktur beinhaltet folgende Elemente:
- Grundbaustein des Anlageportfolios sind Staatsanleihen. Diese sind zur Risikosteuerung sowie zur Stabilität und Liquidität des Portfolios essenziell.
- Zur Generierung attraktiver, langfristiger Renditen werden zusätzliche Anlageklassen, wie Unternehmensanleihen und Aktien, eingesetzt.
- Die Hinzunahme von illiquiden Anlageklassen ermöglicht die systematische Vereinnahmung von Illiquiditätsprämien.
Kurzfristige Schwankungen als auch langfristige Trends an den Kapitalmärkten können durch die Portfoliostruktur entsprechend berücksichtigt werden. Ergänzt wird dies durch aktives Portfoliomanagement und klare Governance-Strukturen.
Risiko- und Stressmodellierung
Die genaue Betrachtung von Risiken, insbesondere von Stressszenarien, sollte zentraler Bestandteil jeder Anlagestrategie sein. Der langfristige Charakter einer Rentnergesellschaft verstärkt diese Bedeutung zusätzlich. Eine robuste Modellierung darf sich nicht auf die ersten Jahre einer Rentnergesellschaft beschränken, da in der Nachhaftungsphase der ersten zehn Jahre typischerweise nur rund die Hälfte des eingebrachten Vermögens benötigt wird. Die relevanten Ausfallrisiken entstehen erst später.
Bei der Stressmodellierung müssen auf der Vermögensseite insbesondere Markt- und Inflationsrisiken und auf der Verbindlichkeitsseite sowohl Inflations- als auch biometrische Risiken berücksichtigt werden. Essenziell ist die Strategieentwicklung unter historischen und synthetischen Krisenszenarien, beispielsweise Dotcom-Krise oder Covid-19, sowie unter Inflations- und biometrischen Stressszenarien, z.B. Abweichungen in Langlebigkeit oder Invaliditätsentwicklungen.
Liquiditätsmanagement und Cashflow Stabilität
Ein adäquates Kapitalanlagenmodell optimiert unter Verwendung der o.g. Variablen viele mögliche Marktverläufe und unterstützt damit optimal das Liquiditätsmanagement. Durch eine breite Aufstellung der liquiden und illiquiden Anlagen kann die Rentnergesellschaft ihre laufenden Cashflows zuverlässig bedienen und gleichzeitig attraktive risikoadjustierte Renditen erzielen. Die in den ersten Jahren entsprechend aufgebauten Reserven innerhalb der Rentnergesellschaft ermöglichen es, die Kapitalanlageallokation fortan risikofreier zu gestalten bzw. auf sich materialisierende Risiken zu reagieren. Ziel muss es sein, entsprechend des steigenden Deckungsgrades (Verhältnis zwischen Vermögen und Verpflichtungen), die Vermögensanlage zunehmend so liquide aufzustellen, dass das Portfolio gegen Marktschwankungen immer unempfindlicher reagiert und eine sehr robuste Cashflow Stabilität bis zur letzten Rentenzahlung entsteht. In unterdurchschnittlichen Renditepfaden allokiert das Kapitalanlagemodell zeitlich länger in chancen- und risikoreichere Vermögenswerte und nimmt das De-Risking später vor.
Notwendige Kapitalausstattung
Bei Pension Buy-outs besteht der Trade-off zwischen der Ausfallwahrscheinlichkeit der Rentnergesellschaft und der initialen Kapitalausstattung. Je höher die Kapitalausstattung der Rentnergesellschaft zu Beginn ist, desto geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit. Im Rahmen der Modellierung ist festzustellen, dass in schlechteren Szenarien die Ausfallwahrscheinlichkeit übermäßig ansteigt. Ein gutes Kapitalanlagemodell erlaubt es, die notwendige initiale Kapitalausstattung zu justieren und damit die Diskussion zwischen dem abgebenden Unternehmen und dem Betreiber auf eine solide Basis zu stellen. In dem Ziel, die Rentnergesellschaft sicher und nachhaltig aufzustellen, sollte Interessengleichheit zwischen dem abgebenden Unternehmen und dem Betreiber bestehen.
Ergebnis
Pension Buy-outs variieren hinsichtlich Volumina der Verpflichtungen, Art der Zusagen und Struktur der eingebrachten Assets. Diese Vielfalt macht flexible, passgenaue Modellierungsansätze erforderlich.
Für die Bestimmung des optimalen Finanzierungsbedarfs ist daher eine zielgerichtete, adaptierbare Modellierung entscheidend. Unternehmen sollten Angebote sorgfältig prüfen, um weder überhöhte Kosten noch unnötige Risiken zu tragen.
Der von Swiss Life Asset Managers verfolgte Ansatz schafft genau diese notwendige Transparenz und Anpassungsfähigkeit.
