Effiziente Absicherung von Rentner­gesellschaften – die UBS Anleihenlösung
Filippo Bianco
Rachid Boulkab
Marco Giessner

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Die Übertragung von Pensionsverpflichtungen auf eine Rentnergesellschaft ist ein etablierter Ansatz zur Entlastung der Unternehmensbilanz. Gleichzeitig stellt das deutsche Umwandlungsgesetz eine klare Anforderung: Ein Unternehmen, das in Deutschland Pensionszusagen auf eine Gesellschaft überträgt, unterliegt einer zehnjährigen Nachhaftung. Eine Absicherung dieser Nachhaftung ist aus Sicht des übertragenden Unternehmens sinnvoll.

Die Kernvorteile der amortisierenden Anleihe:

1. Planbare Cashflows: Die Tilgungen der Anleihe sind exakt auf die erwarteten Rentenzahlungen der Nachhaftungsperiode abgestimmt.

2. Gleiche Seniorität wie eine Garantie: Aus Risikoperspektive erfüllt die Anleihe denselben Sicherungszweck wie eine Bankgarantie.

Naheliegend für eine solche Absicherung wäre die Nutzung einer Bankgarantie. Diese erfüllen den Zweck, sind aber mit laufenden Kosten (Garantieprämien) verbunden. Zudem bergen Garantien ein Liquiditätsrisiko, da ihre Auszahlung an die Feststellung eines Garantiefalls gekoppelt ist. Genau hier setzt die von UBS entwickelte Anleihenlösung an: Eine Finanzierung mit derselben Seniorität wie eine Garantie, jedoch ohne deren Kostenstruktur und mit zusätzlichem Renditevorteil – so wird im Kern anstelle der Garantie das Rückzahlungsversprechen eines Emittenten als Sicherheit verwendet.

Bewusst einfache Struktur – gerade, weil das Umfeld komplex ist

Buy-outs von Rentnergesellschaften sind rechtlich, bilanziell und organisatorisch komplex. Die Anleihenlösung setzt dazu einen bewussten Kontrast: technisch einfach, operativ robust und mit vorhersehbaren Zahlungsströmen.

Die Struktur basiert auf amortisierenden hochqualitativen Anleihen, deren Tilgungsmechanismus exakt auf die erwarteten Rentenzahlungen der zehnjährigen Nachhaftungsperiode abgestimmt ist. Die Liquidität für die Rentenzahlungen ist somit durch die amortisierende Anleihe abgedeckt und damit genau planbar. Das Ergebnis ist ein operativ einfacher Cashflow Match: Die Rentnergesellschaft hält eine Anleihe, die periodengerecht Cashflows liefert, um die Pensionsansprüche zu erfüllen.

Während andere Anbieter versuchen, die Cashflows der Pensionsverpflichtungen über aktiv verwaltete Anleihen-Portfolios abzubilden, verzichtet die Anleihenlösung vollständig auf laufende Steuerungsmaßnahmen. Das festgelegte Tilgungsprofil deckt die Verpflichtungen exakt ab, Liquiditäts- und Reinvestitionsrisiken entfallen.

Die Erfüllung der Rentenansprüche ist somit planbar und technisch abgesichert, ohne dass dafür eine zusätzliche Asset-Management-Funktion aufgebaut werden muss.

Gleiche Seniorität wie eine Garantie, aber mit wirtschaftlichem Vorteil

Die Anleihe hat dieselbe Seniorität wie eine Bankgarantie und erfüllt damit denselben Sicherungszweck. Aus Risikoperspektive entsteht kein Unterschied zwischen beiden Instrumenten. Wer die Bonität einer Bank als Garantiegeber akzeptiert, kann sie folgerichtig auch als Grundlage einer von derselben Bank emittierten Anleihe heranziehen – denn eine Garantie ist nur so gut wie die Bonität des Garantiegebers.

Eine klassische Bankgarantie erfüllt zwar denselben Zweck wie die Anleihenlösung, hat aber insbesondere zwei Nachteile: Es fallen Garantieprämien an, und die Auszahlung ist an die formale Feststellung eines Garantiefalls gebunden – ein Prozess, der sich verzögern kann und damit die rechtzeitige Bereitstellung an Liquidität für die Rentenzahlungen riskiert.

Die amortisierende Anleihe erzeugt zugleich einen positiven Finanzierungseffekt. Die Rendite der Anleihe finanziert einen Teil der Rentenzahlungen und damit auch den Kapitalbedarf für die Nachhaftungsabsicherung. Eine Garantieprämie entfällt. So wird nicht nur das Nachhaftungsrisiko abgesichert, sondern die Transaktion finanziell optimiert. Die Kostenstruktur der Rentnergesellschaft wird durch die beschriebene Ausgestaltung insgesamt planbarer.

Stabilität durch gute Emittentenbonität

Auch wenn Anleihe und Garantie dieselbe Seniorität haben, ist für die verlässliche Absicherung der Rentenzahlungen entscheidend, dass das Sicherungsinstrument von einem Emittenten mit hoher Kreditqualität stammt. Die amortisierende Anleihe erfüllt ihre Funktion nur dann zuverlässig, wenn der Schuldner während der gesamten zehnjährigen Laufzeit als stabil einzustufen ist. Die Wahl eines Emittenten mit hoher Bonität stellt sicher, dass die vorgesehenen Amortisierungen planmäßig stattfinden und die Rentenzahlungen dauerhaft gedeckt sind. Die Wahl des Emittenten ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Absicherung – unabhängig davon, dass Anleihe und Garantie formal die gleiche Seniorität haben.

Fazit

Die Absicherung von Pensionsverpflichtungen über eine amortisierende Anleihe vereint drei zentrale Merkmale:

  • präzise Abbildung der Rentencashflows über die gesamte Nachhaftungsdauer,
  • erfüllt den gleichen Zweck wie eine Garantie (gleiche Seniorität),
  • ökonomischer Vorteil durch Rendite statt Garantieprämie.

Damit bietet die Anleihenlösung eine technisch klare und wirtschaftlich sinnvolle Alternative zur klassischen Bankgarantie oder anderen Absicherungsmechanismen. Sie ermöglicht es, Pensionsrisiken im Rahmen eines Buy-outs effizient auf eine Rentnergesellschaft zu übertragen und das Nachhaftungsrisiko verlässlich zu steuern.

Hinweis: Dieser Artikel wurde ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder zur Teilnahme an einer bestimmten Handelsstrategie dar.