Feedback als Treiber einer agilen Unternehmenskultur

Die Digitalisierung stellt etablierte Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen. Die „rein technische“ Digitalisierung ist nur ein Teil der Gleichung, auch der organisatorische Aspekt muss gemeistert werden. Feedback und Lernen sind in diesem Kontext zentrale Treiber von Agilität und leisten einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Digitalisierung. Gerade digitale Plattformen können hier einen Beitrag leisten und den organisatorischen Wandel vereinfachen.

Die Digitalisierung ist da. Was deutsche Manager und Politiker mit tugendhaftem Streben nach Kontinuität als langfristige Veränderung belächelten, hat unser Wirtschaftsleben viel schneller als erwartet mit Wucht erfasst. Während das Land noch unter dem mangelhaften Ausbau der Breitband-Infrastruktur ächzt, analysiert künstliche Intelligenz bereits unsere Arbeitsabläufe, ersetzen Roboter menschliche Arbeitskräfte und liefern Drohnen Ersatzteile in Produktionsanlagen. Wenn manch ein Manager diese Entwicklung unterschätzt hat, liegt das auch daran, dass diese exponentiell abläuft – die Geschwindigkeit nimmt also weiter zu.

Die Innovation kommt dabei oft von „außen”: Aus dem Ausland, oder aus den Ideenwerkstätten von jungen, agilen Startups. Denn auch wenn Ressourcen und Humankapital bei den mächtigen und alteingesessenen Konzernen durchaus bereitstehen, übersehen wir oft einen wichtigen Faktor: Organisationen, die sich über Jahrzehnte hinweg linear entwickelt haben, sind für die exponentielle Entwicklung nicht gewappnet. Unsere Unternehmen müssen nicht nur ihre Technologien, sondern auch ihre Organisationsformen „upgraden“ und wandlungsfähiger werden.

„Agilität“, ein gern und oft verwendetes Buzzword der Digitalisierung, beruht auf einem einfachen Konzept: Interdisziplinäre Teams erarbeiten neue Konzepte in einem sich oft und schnell wiederholenden Kreislauf aus Entwicklung, Feedback und Lernen. Agiles Arbeiten bedeutet also, dass mehr experimentiert wird und dass Fehler gemacht werden dürfen – oder sogar erwünscht sind. Es bedeutet gleichzeitig aber auch, dass vielversprechende Projekte schnell (und wiederum agil) weiterentwickelt werden.

Dieser Kreislauf lässt sich in jedem Unternehmen auf drei Ebenen verankern: Einzelne Mitarbeiter nutzen Feedback und Lernen zur Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen und wappnen sich damit für die neuen Anforderungen der digitalen Arbeitswelt. Teams wagen mehr Experimente, da der Preis des Scheiterns abnimmt. Unternehmensweit wird die Kommunikation gestärkt und Feedback der Mitarbeiter zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Leitbilder und Strategie genutzt.

In vielen Unternehmen haben Feedback und Lernen klassischerweise eine nachgelagerte, wenig strategische Bedeutung. Scheinbar ohne direkte Auswirkung auf Umsatz oder Kosten wird es auf jährliche Mitarbeitergespräche oder zweijährige Mitarbeiterumfragen reduziert, die Mitarbeiter wie Vorgesetzte nur halbherzig umsetzen.

Die gute Nachricht ist: Erfordert eine erfolgreiche Digitalisierung mehr Agilität, und damit eine stärkere, strategisch verankerte Feedback- und Lernkultur, so liefert sie auch gleich die notwendigen Werkzeuge für die Implementierung agiler Feedback-Zyklen.

Drei Faktoren tragen dazu bei: Moderne Enterprise-Software ist im Zeitalter allgegenwärtiger Social-Media-Plattformen extrem nutzer-zentrisch aufgebaut. Tristgraue, komplexe Oberflächen gehören der Vergangenheit an. Intuitive Handhabung, moderne Interfaces und tiefe Integration in bestehende Kommunikationsdienste wie E-Mail oder Team-Chats wie Slack sorgen dafür, dass Software vom Mitarbeiter als echte Arbeitserleichterung wahrgenommen und gerne genutzt wird.

Digitale Daten-Erfassung vereinfacht außerdem die Messbarkeit und Auswertung des Feedbacks: Wo strukturiertes Feedback auf Kernkompetenzen eines Mitarbeiters oder Teamziele gesammelt und softwaregestützt ausgewertet wird, entsteht automatisch eine strategische Grundlage für die Weiterentwicklung. Nach dem Leitspruch „Measure what matters” gewinnt Feedback gerade durch die Messbarkeit die notwendige strategische Bedeutung.

Nicht zuletzt sorgt die Zeitersparnis durch automatisierte Prozesse dafür, dass sich Manager und Personalabteilungen inhaltlich mit der strategischen Bedeutung von Feedback und Lernen auseinandersetzen können. Eine Software-Plattform übernimmt im Hintergrund die Automatisierung vormals händischer, papierbasierter Prozesse, aggregiert Daten und kann sogar personalisierte Lernempfehlungen auf Basis erhaltenen Feedbacks geben.

Der Autor: Kajetan von Armansperg ist Gründer und Geschäftsführer des Softwareunternehmens Leapsome (www. leapsome.com). Gemeinsam mit seiner Mitgründerin Jenny von Podewils unterstützt er Unternehmen in Wandlungsprozessen, z.B. mit Prozessen für moderne Mitarbeitergespräche, 360-Grad-Feedback und Mitarbeiterbefragungen. Kunden wie Trivago, Flixbus und Tado nutzen die Software des Unternehmens, um eine erfolgreiche Feedback- und Lernkultur zu etablieren.